Türkei kappt Handelsbeziehungen zu Israel

Der Streit zwischen Israel und der Türkei spitzt sich weiter zu: Der türkische Ministerpräsident Erdogan hat nun die Handelsbeziehungen zu Israel ausgesetzt und will die Sanktionen noch verschärfen.
| dpa
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Istanbul – Der Streit zwischen der Türkei und Israel um den blutigen israelischen Militäreinsatz gegen ein Schiff der Gaza-Flotte eskaliert. Nach der militärischen Kooperation der bisherigen Verbündeten würden jetzt auch die Handelsbeziehungen auf Eis gelegt, sagte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag in Ankara.

Zugleich bestätigte er, dass er einen Besuch im Gazastreifen plane. Stattfinden könnte dieser während eines für den 12. September angekündigten Aufenthaltes Erdogans in Kairo. Darüber müsse aber noch mit Ägypten gesprochen werden. „Immer spielt Israel die Rolle des verzogenen Sohnes“, sagte Erdogan. Die Türkei stehe entschlossen gegen das Land, dessen Vorgehen den „Geruch von Staatsterrorismus“ trage. Ankara werde verschiedene weitere Sanktionen nutzen.

Die Türkei hatte am Freitag den israelischen Botschafter ausgewiesen und alle Militärabkommen mit Israel auf Eis gelegt. Auslöser war ein Untersuchungsbericht der Vereinten Nationen über die blutige Erstürmung eines Schiffes der Hilfsflotte für den Gazastreifen. Dabei hatten israelische Elitesoldaten am 31. Mai 2010 neun türkische Aktivisten getötet. In dem Untersuchungsbericht wird Israels Position in wesentlichen Punkten gerechtfertigt.

Erdogan kündigte auch an, dass türkische Schiffe im östlichen Mittelmeer mehr Präsenz zeigen würden. Genauere Angaben machte er dazu nicht. Türkische Medien hatten berichtet, geplant sei eine häufigere Entsendung von Marineschiffen.

Inzwischen hat der Streit auch Auswirkungen auf den Reiseverkehr zwischen beiden Staaten. Touristen beider Seiten beklagen Schikanen und Demütigungen an den Flughäfen. So seien sie von Sicherheitsleuten gezielt herausgesucht und gezwungen worden, sich für Untersuchungen zu entkleiden. Ein türkischer Flughafenmanager sagte Medienberichten zufolge, die Vorgehensweise sei Reaktion auf eine israelische Praxis.

 

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