Trump: Der Iran möchte einen Deal - "Armada" in der Region

Der Iran ist nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump an einer diplomatischen Lösung der Spannungen mit den USA interessiert. Die Lage mit dem Iran sei "im Fluss", weil die US-Regierung eine große Kriegsflotte in die Region entsandt habe, sagte Trump dem US-Nachrichtenportal "Axios" in einem Interview. "Wir haben eine große Armada neben dem Iran. Größer als (vor der Küste von) Venezuela", sagte der Republikaner. Er glaube aber, dass Teheran ein Abkommen schließen wolle.
US-Flugzeugträgerverband in der Region angekommen
"Sie wollen einen Deal machen. Das weiß ich. Sie haben mehrfach angerufen. Sie wollen reden", fügte der US-Präsident hinzu. Eine Flotte von Kriegsschiffen samt dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" ist unterdessen in der Region angekommen, wie das Regionalkommando des US-Militärs Centcom mitteilte. Nähere Angaben zur genauen Position des Schiffsverbunds gab es nicht.
Trump hatte ein militärisches Eingreifen seines Landes im Iran wegen der Tötung Tausender Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten in der Islamischen Republik zuletzt nicht ausgeschlossen.
Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA mit Sitz in den USA meldete unterdessen 6.126 bestätigte Todesopfer im Iran, unter ihnen 5.777 Protestierende. Zusätzlich prüft HRANA nach eigenen Angaben 17.091 weitere mutmaßliche Fälle. Zudem sollen 11.009 weitere Menschen schwer verletzt worden sein. Nach Angaben der Aktivisten haben Sicherheitskräfte 41.880 Menschen festgenommen. Alle Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
Chamenei und Trump verschärften den Konflikt
In einem Interview mit dem Nachrichtenportal "Politico" hatte sich Trump kürzlich für einen Regierungswechsel im Iran ausgesprochen: "Es ist Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen." Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei hatte Trump zuvor für die Proteste verantwortlich gemacht und als "Verbrecher" bezeichnet. Amerika müsse zur Verantwortung gezogen werden.
Irans Präsident Massud Peseschkian erklärte, jede Aggression gegen Chamenei wäre gleichbedeutend mit einem umfassenden Krieg gegen die iranische Nation. Das US-Außenministerium warnte daraufhin den Iran vor Angriffen auf US-Stützpunkte und kündigte für diesen Fall eine entschlossene Reaktion an.
Iran: Beobachten die Bewegungen der Feinde
"Ich würde es vorziehen, wenn nichts passiert, aber wir beobachten sie sehr genau", sagte Trump über den Iran. Eine Reaktion aus dem Iran folgte prompt. "Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran beobachten die Bewegungen der Feinde", sagte ein hochrangiger Militärvertreter im zentralen Einsatzkommando dem staatlichen Rundfunk. Die Anwesenheit "fremder Kräfte" im maritimen Umfeld verwandle sie in "leicht erreichbare Ziele", hieß es weiter.
Das Außenministerium in Teheran warnte vor den regionalen Auswirkungen einer Eskalation. "Unsicherheit ist ansteckend, und daher besteht unter den Ländern der Region eine gemeinsame Sorge", sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai. "Wir werden stärker denn je auf jede Form der Aggression gegen Iran mit einer umfassenden und schmerzhaften Antwort reagieren."
Bericht: Trumps Entscheidung noch offen
Nach Informationen von "Axios" hat Trump noch keine Entscheidung zum weiteren Vorgehen getroffen. Er werde wahrscheinlich diese Woche weitere Konsultationen abhalten und von seinen Sicherheitsberatern zusätzliche militärische Optionen vorgelegt bekommen, zitierte das Nachrichtenportal Quellen, die mit der Situation vertraut seien.
Mit dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und den ihn begleitenden Kriegsschiffen erhalte Trump zusätzliche Offensiv- und Defensivmöglichkeiten für den Fall, dass er sich für einen Angriff auf den Iran entscheiden sollte, berichtete das "Wall Street Journal". Drei Zerstörer in Begleitung des Flugzeugträgers, könnten Tomahawk-Marschflugkörper abfeuern, zitierte die Zeitung einen Verteidigungsbeamten. Zudem verfügten die USA über zusätzliche Kampfflugzeuge vom Typ F-35C und F-18 sowie über EA-18 Growler-Flugzeuge für die elektronische Kriegsführung, hieß es weiter.
Ferner hätten die USA zwei weitere Zerstörer in der Nähe der Straße von Hormus stationiert. Laut dem Verteidigungsbeamten seien außerdem drei Kampfschiffe im Persischen Golf im Einsatz. Überdies hätten die USA F-15E-Kampfflugzeuge auf einem Stützpunkt in Jordanien und verlegten Luftabwehrsysteme in die Region, um US-Einrichtungen und Partner vor möglichen iranischen Gegenangriffen zu schützen, berichtete die US-Zeitung unter Berufung auf Flugverfolgungsdaten und Angaben zweier US-Beamter.