Trump-Attacke auf Papst belastet Rubio-Besuch im Vatikan

Neue Vorwürfe von US-Präsident Trump gegen den Papst überschatten die Reise von US-Außenminister Rubio nach Rom. Das Treffen im Vatikan steht damit unter besonderem Druck.
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Der Pontifex gefährde "viele Katholiken und viele Menschen", sagte Trump in einem Interview.
Der Pontifex gefährde "viele Katholiken und viele Menschen", sagte Trump in einem Interview. © Matt Rourke/AP/dpa
Washington/Rom

Kurz vor dem geplanten Vatikan-Besuch von US-Außenminister Marco Rubio hat US-Präsident Donald Trump erneut scharfe Kritik an Papst Leo XIV. geübt. Der Pontifex gefährde "viele Katholiken und viele Menschen", sagte Trump in einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt. Er warf dem Papst vor, dieser halte es für in Ordnung, wenn der Iran eine Atomwaffe besitze. 

Leo hat sich wiederholt gegen den Krieg im Iran ausgesprochen und zu einer Waffenruhe und Dialog aufgerufen. Für Rubios Besuch im Vatikan am Donnerstag bedeutet Trumps neue Attacke jedoch eine zusätzliche Belastung. Der Außenminister, selbst Katholik, dürfte versuchen, die Spannungen zwischen der US-Regierung und dem ersten in den USA geborenen Papst abzumildern. 

Botschafter setzt auf Dialog

Der US-Botschafter beim Heiligen Stuhl, der diplomatischen Vertretung des Papstes, Brian Burch, sprach vorab laut Medienberichten von einem erwarteten "offenen" Gespräch. Staaten hätten Meinungsverschiedenheiten, sagte Burch. Diese ließen sich durch "Brüderlichkeit und authentischen Dialog" bearbeiten. Zugleich wies er die Darstellung zurück, es gebe einen tiefen Bruch zwischen Washington und dem Vatikan.

Der Vatikan selbst reagierte nüchtern. "Der Papst verfolgt seinen Weg weiter, indem er das Evangelium predigt, den Frieden, wie es der heilige Paulus sagen würde" - und zwar bei jeder "passenden und unpassenden" Gelegenheit, sagte der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin nach italienischen Medienberichten zu Trumps Äußerungen. Ob der Papst darauf antworten werde, wisse er nicht. Italiens rechter Vize-Regierungschef Matteo Salvini merkte an: "Über den Papst diskutiert man nicht, man hört ihm zu."

Belastetes Verhältnis seit Wochen

Leo hat sich zuletzt zunehmend kritisch zur Kriegsführung der USA und Israels gegen den Iran geäußert. Trump wiederum stellt den Krieg als notwendig dar, um Teheran am Bau einer Atomwaffe zu hindern. Er bezeichnete den Papst als "schwach" und kritisierte auch dessen Haltung zur Migration. Für zusätzliche Empörung sorgte ein von Trump verbreitetes KI-Bild, das ihn selbst in einer Christus-ähnlichen Darstellung zeigte, das er später wieder löschte.

Rubio soll in Rom auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni treffen. Auch dieses Gespräch gilt als heikel: Meloni hatte den Papst gegen frühere Angriffe Trumps verteidigt. Die Reise fällt zudem mit dem ersten Jahrestag von Leos Pontifikat zusammen.

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