Todesurteil in Weißrussland angeblich vollstreckt

Ungeachtet internationaler Proteste hat Weißrussland nach inoffiziellen Angaben einen zum Tode Verurteilten hingerichtet, der 2011 in der Minsker Metro ein Attentat verübt haben soll.
| dpa
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Minsk - Das teilte die Mutter des 26 Jahre alten mutmaßlichen Täters, Ljubow Kowaljowa, am Samstag nach Angaben der unabhängigen Minsker Agentur Belapan mit. Sie habe ein Schreiben vom Obersten Gericht erhalten, in dem sie über die Vollstreckung der Todesstrafe an ihrem Sohn Wladislaw Kowaljow informiert worden sei.

Eine offizielle Bestätigung gab es nach Angaben von Medien aber nicht. Unklar war demnach das Schicksal des zweiten zum Tode Verurteilten, Dmitri Konowalow. Bei dem Anschlag waren im April vorigen Jahres 15 Menschen getötet und etwa 300 verletzt worden. Weißrussland vollstreckt als einziges Land in Europa bis heute die Todesstrafe - durch Genickschuss.

Der als letzter Diktator Europas kritisierte weißrussische Staatschef Alexander Lukaschenko hatte zuletzt eine Begnadigung der beiden 26-Jährigen abgelehnt. Erst am Freitag hatte auch die Bundesregierung noch einmal eindringlich vor der Vollstreckung gewarnt. Die Todesstrafe sei unter keinen Umständen zu rechtfertigen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Zudem gebe es ganz erhebliche Zweifel an der Rechtsstaatlichkeit des Verfahrens.

Auch die EU sowie Menschenrechtsorganisationen hatten an Lukaschenko appelliert, die Urteile nicht vollstrecken zu lassen. Nach Schätzungen von Amnesty International wurden in dem Land seit 1991 etwa 400 Menschen hingerichtet. Offizielle Angaben machen die Behörden nicht.

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