Protest und Dialog: Sudetendeutsche treffen sich in Brünn

Mit Dialog und Musik beginnt das erste Pfingsttreffen der Sudetendeutschen in der verlorenen Heimat. Doch es gibt auch Proteste. Minister der tschechischen Regierung bleiben der Veranstaltung fern.
dpa |
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Mit einem Begegnungsfest an einem "langen Tisch", Volksmusik und Tanzaufführungen hat in Brünn (Brno) der 76. Sudetendeutsche Tag begonnen.
Mit einem Begegnungsfest an einem "langen Tisch", Volksmusik und Tanzaufführungen hat in Brünn (Brno) der 76. Sudetendeutsche Tag begonnen. © Michael Heitmann/dpa
Brünn

Trotz Kritik und Protesten hat in Tschechien das traditionelle Pfingsttreffen der Sudetendeutschen begonnen. Der sogenannte Sudetendeutsche Tag findet in diesem Jahr erstmals in der nach dem Zweiten Weltkrieg verlorenen Heimat statt. Bei einem Begegnungsfest im Stadtzentrum von Brünn (Brno) trafen sich Vertriebene und Tschechen an einem langen Tisch bei Musik und Tanz. "Für mich ist das der größte Tag seit der Wende", sagte ein Teilnehmer, selbst Sohn eines Tschechen und einer Deutschen. 

Die Eröffnungsveranstaltung in Kooperation mit dem Dialogfestival "Meeting Brno" fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt. Nur wenige Dutzend Meter entfernt hielten Gegendemonstranten ein Spruchband mit der Aufschrift "Gegen eine weitere Aufweichung der Benes-Dekrete" hoch. Die Präsidentendekrete bildeten nach dem Zweiten Weltkrieg und den Schrecken der Nazi-Besatzung die Grundlage für die Vertreibung von rund drei Millionen Deutschen aus der damaligen Tschechoslowakei. 

Hauptveranstaltung am Sonntag

Bereits am Vorabend hatte der Sprecher der Sudetendeutsche Volksgruppe, der CSU-Politiker Bernd Posselt, am Brünner Hauptbahnhof der Opfer des Holocaust gedacht. Zur Hauptveranstaltung auf dem Messegelände am Sonntag wird unter anderem der bayerische Ministerpräsident Markus Söder erwartet. Bayern übernahm 1954 offiziell die Schirmherrschaft über die Volksgruppe. Das diesjährige Motto des Treffens lautet "Alles ist Begegnung". Die Minister der tschechischen Regierung des Milliardärs und Rechtspopulisten Andrej Babis wollen dem Treffen fernbleiben.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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