Stubb und Støre reden mit Putin über Ukraine-Verhandlungen

Nach US-Präsident Trump wollten auch die Europäer mit Kremlchef Putin für Gespräche über eine Beendigung des russischen Angriffskriegs aufnehmen. Nun gab es einen überraschenden Anruf im Kreml.
von  dpa
Finnland und Norwegen engagieren sich als Nachbarn Russland für eine Beendigung des Moskauer Angriffskrieges gegen die Ukraine. (Archivbild)
Finnland und Norwegen engagieren sich als Nachbarn Russland für eine Beendigung des Moskauer Angriffskrieges gegen die Ukraine. (Archivbild) © Cornelius Poppe/NTB/dpa

Finnlands Präsident Alexander Stubb und Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Støre haben bei einem Telefonat erstmals mit Kremlchef Wladimir Putin über seinen Krieg gegen die Ukraine gesprochen. "Ziel des Telefonats war es, Präsident Putin direkt Botschaften bezüglich künftiger Verhandlungen zu übermitteln, die zur Beendigung des Krieges beitragen sollen", teilten die beiden europäischen Politiker in Helsinki mit. Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte das Telefonat, das zuvor von keiner Seite öffentlich angekündigt worden war. 

Stubb und Støre hatten vorige Woche auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und US-Vermittler Steve Witkoff in Oslo getroffen. Witkoff führte danach Gespräche mit Putin, bei denen eine Wiederaufnahme von Dreier-Gesprächen mit Russen, Ukrainern und Amerikanern vereinbart wurde.

Europäer wollen bei Ukraine-Verhandlungen dabei sein

Die Verhandlungen unter US-Vermittlung sollen im November in Abu Dhabi stattfinden. Einen genauen Termin gibt es noch nicht. Die Europäer wollen sich an den Gesprächen beteiligen. Der Kreml zeigte sich jetzt offen für eine Einbeziehung Europas, das die Ukraine mit Waffen und Milliardenhilfen unterstützt.

Finnland und Norwegen engagieren sich als Nachbarn Russlands nach eigenen Angaben für eine Beendigung des seit gut viereinhalb Jahren andauernden Moskauer Angriffskrieges gegen die Ukraine.

Stubb: Offene Diskussion mit Putin

"Die Diskussion war offen und inhaltlich fundiert", sagte Stubb. "Der Ausgang dieses Krieges wird direkte Auswirkungen auf unsere Sicherheit und die Sicherheit Europas insgesamt haben. Um den Krieg zu beenden, sind direkte Gespräche erforderlich", betonte er. Støre sagte: "Das Leid und die Zerstörung werden sich auf ganze Generationen auswirken. In dem Telefonat haben wir betont, wie wichtig eine Deeskalation ist."

Stubb und Støre ergriffen nach eigenen Angaben selbst die Initiative, um sich für Frieden und Stabilität in Europa einzusetzen. Sie stünden als Unterstützer der Ukraine dabei klar an der Seite Kiews. Sie betonten auch, dass sie nicht für Europa insgesamt mit Putin gesprochen hätten. Ihren beiden Ländern gehe es auch um Berechenbarkeit in der Ostseeregion, teilten sie in einer gemeinsamen Stellungnahme mit.

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