Straße von Hormus: Welche Fragen sich jetzt stellen

Eigentlich warteten alle auf einen neuen Verhandlungstermin im Iran-Konflikt. Nun nimmt Teheran die Öffnung der Straße von Hormus zurück. Wie reagiert Trump?
Hans Dahne und Lena Klimkeit, dpa |
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Die Lage am Persischen Golf bleibt unberechenbar. (Archivbild)
Die Lage am Persischen Golf bleibt unberechenbar. (Archivbild) © Altaf Qadri/AP/dpa
Teheran/Washington

Wenige Tage vor dem planmäßigen Auslaufen der Waffenruhe kündigt der Iran die Öffnung der Straße von Hormus an - macht sie aber mit Verweis auf die andauernde US-Seeblockade Stunden später wieder rückgängig. Welche Fragen sich jetzt stellen:

Wie reagiert Trump?

Der Iran macht die USA für die Kehrtwende verantwortlich, weil sie an der Seeblockade festgehalten haben. Natürlich ist naheliegend, dass Trump den Iran seinerseits mit Vorwürfen überzieht, wie er es im Laufe des Krieges immer wieder gemacht hat. Trump hat für heute (15.00 Uhr MESZ) eine Pressekonferenz angekündigt. Zwar soll es da eigentlich nicht um den Iran gehen, wie er Freitag zu Reportern sagte. Aber da sich zurzeit "alles" um den Iran drehe (so formulierte Trump es), könnte er sich auch zur neuen Entwicklung in dem Konflikt äußern und dürfte auf jeden Fall danach gefragt werden. 

Kommt es jetzt überhaupt zur nächsten Verhandlungsrunde?

Eigentlich warteten alle gerade nur noch auf die Verkündung eines Termins der nächsten Runde. Eine Vermutung war, dass die Unterhändler am Montag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu einer neuen Verhandlungsrunde zusammenkommen könnten. Dort laufen jedenfalls die Vorbereitungen, Registrierungen für Medienvertreter haben begonnen, und es wurde zusätzliches Sicherheitspersonal in die Stadt verlegt. Aus dem Weißen Haus verlautete zuletzt, dass die Planungen für eine weitere Gesprächsrunde noch liefen. Die iranische staatliche Nachrichtenagentur Tasnim berichtete jedoch, der Iran habe eine Teilnahme an einer zweiten Runde noch nicht zugesagt. 

Bleibt die Waffenruhe bestehen?

Die bislang vereinbarte Waffenruhe läuft planmäßig am Mittwoch aus. Sie galt bereits als wackelig, weil sich Washington und Teheran gegenseitig beschuldigten, sich nicht an Absprachen zu halten. Trump warf den Iranern vor, sich nicht an die Vereinbarung zu halten, weil die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus nicht unmittelbar wieder hergestellt wurde. Die Iraner machten dafür eine Feuerpause im Libanon zur Bedingung, die mittlerweile in Kraft getreten ist. Trotz allem blieben die Kampfhandlungen eingestellt. 

Gibt es Unstimmigkeiten zwischen politischer Führung und Militär im Iran?

Die Frage stellt sich, war es doch der iranische Außenminister Abbas Araghtschi, der eine Öffnung unter Auflagen verkündete - und das Militär nahm diese Zusage nur einen Tag später wieder zurück. Viele Iran-Experten gehen davon aus, dass die Revolutionsgarden der eigentliche Machtfaktor im Land sind. Dafür spricht auch, dass die den Revolutionsgarden nahe stehende Nachrichtenagentur Fars auf Distanz zu Außenminister Arghtschi ging. Auf der Plattform X hieß es: Zeitgleich mit dem unerwarteten Post des Außenministers zur Öffnung der Straße von Hormus und nach Trumps darauffolgendem nervösen Säbelrasseln sei die iranische Gesellschaft in eine Atmosphäre der Verwirrung gestürzt worden.

Normalerweise hat der Revolutionsführer in der Außen- und Sicherheitspolitik das letzte Wort. Von Modschtaba Chamenei gibt es aber seit seiner Ernennung am 8. März keine Audio- oder Videoaufnahmen, und niemand weiß, wie sein Gesundheitszustand ist und welche Rolle er in dem System spielt. 

Die Straße von Hormus ist ein Faustpfand für den Iran

Durch die Meerenge werden in normalen Zeiten rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels verschifft. Nach Beginn der Blockade bei Kriegsbeginn am 28. Februar sind die Preise hochgeschossen. Die Straße von Hormus ist deshalb ein Faustpfand für den Iran. Das Militär und die politische Führung beharren auf Gegenleistungen für eine Öffnung und machen damit klar, dass sie sich die Bedingungen dafür nicht diktieren lassen wollen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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