Spaniens Konservative verfehlen absolute Mehrheit in Andalusien

Spaniens konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Mariano Rajoy ist mit dem Vorhaben gescheitert, die Macht in der traditionellen Linken-Hochburg Andalusien zu übernehmen.
| dpa
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Sevilla/Oviedo - Die PP gewann am Sonntag erstmals in der jüngeren Geschichte eine Regionalwahl in der bevölkerungsstärksten Region des Landes, aber sie verfehlte deutlich die absolute Mehrheit.

Der Sozialist José Antonio Griñán kann darauf hoffen, mit Unterstützung der Vereinten Linken (IU) als Regierungschef der südspanischen Region im Amt bestätigt zu werden. Nach dem vorläufigen Endergebnis gewann die PP in der Region mit 8,4 Millionen Einwohnern 50 (2008: 47) der insgesamt 109 Parlamentssitze. Die PSOE erhielt 47 (56) Mandate, die Vereinte Linke 12 (6).

In Asturien in Nordspanien (1,1 Millionen Einwohner), wo ebenfalls ein neues Regionalparlament gewählt wurde, erhielten die Sozialisten die meisten Sitze. Allerdings blieb die Regierungsbildung offen.

In Andalusien, der letzten bedeutenden Hochburg der Linken in Spanien, hatte die PP nach Umfragen auf die absolute Mehrheit der Sitze in Parlament von Sevilla hoffen können. Die Region ist eine der ärmsten in Spanien, sie weist mit 31,2 Prozent die höchste Arbeitslosenquote des Landes auf. Die Wahlaussichten der Sozialisten waren nicht nur von der Wirtschaftskrise geschmälert worden, sondern auch durch einen Korruptionsskandal in der andalusischen Regierung.

Rajoy hatte mit der PP am 20. November 2011 bei den spanischen Parlamentswahlen den höchsten Sieg in der Parteigeschichte errungen. Er kündigte eine strikte Sparpolitik an, konnte aber nicht verhindern, dass Spanien aufgrund seiner Finanzprobleme zuletzt wieder verstärkt ins Blickfeld geriet. Madrid hatte 2011 sein Defizitziel weit verfehlt und wird auch 2012 die ursprünglich mit den Euro-Partnern vereinbarte Marke nicht erreichen.

In Asturien gewann die PSOE 16 der insgesamt 45 Sitze. Die konservative Partei Forum, eine Abspaltung der PP, errang 13 Mandate, die PP 10. Von den 17 spanischen Regionen hat neben Andalusien nur das Baskenland einen sozialistischen Ministerpräsidenten. Seine Minderheitsregierung ist auf die Duldung der Konservativen angewiesen.

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