Sollten Deutsche Arabisch lernen? - Unfug!

Der AZ-Politikredakteur Tobias Wolf über die Aussagen von Volker Beck, der vorschlägt, Deutsche sollen gegebenfalls auch Arabisch lernen.
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AZ-Politikredakteur Tobias Wolf über die Aussage von Volker Beck und die Integration in Deutschland.
dpa/AZ AZ-Politikredakteur Tobias Wolf über die Aussage von Volker Beck und die Integration in Deutschland.

Eines vorweg: Deutschland ist ein freies Land. Menschen, die hier leben, dürfen sich in jeder Sprache und jedem Dialekt unterhalten – egal ob Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch, Bairisch oder Schwäbisch.

Vorschriften, Zuwanderer sollten in der Familie Deutsch sprechen, wie es CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer schon einmal gefordert hat, gehen zu weit und wären ein Eingriff in die Privatsphäre.

Aber: Für ein erfolgreiches Zusammenleben gibt es nun einmal nur eine Basis – die Sprache. Und diese ist in Deutschland eben Deutsch. Ohne ausreichende Sprachkenntnisse gibt es keinen Schulabschluss und folglich kaum Aussicht auf einen Job. Und der gesellschaftliche Anschluss bleibt ohne Deutsch eine Utopie.

Eine Watschn für alle Helfer

Deshalb ist es nicht nur im Sinne der Einheimischen, sondern vor allem auch der Migranten und Flüchtlinge, Deutsch zu erlernen. Sie sind schließlich in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Deutschland gekommen. Die lässt sich aber nur erfüllen, wenn die sprachlichen Voraussetzungen vorhanden sind. Die deutsche Politik muss deshalb fördern, indem sie möglichst unbürokratisch ausreichend Sprach- und Integrationskurse anbietet. Gleichzeitig darf sie aber auch den Integrationswillen der Zugewanderten einfordern.

Lesen Sie hier: Weil fordert mehr Ehrlichkeit von Merkel

Aussagen wie die von Grünen-Politiker Volker Beck sind nicht nur hanebüchener Unfug – sondern auch eine Watschn für alle Helfer, die ihre Freizeit opfern und sich darum bemühen, Flüchtlinge zu integrieren und ihnen die deutsche Sprache beizubringen.

Wohin eine fehlgeschlagene Integration, eine Flucht in Parallelgesellschaften, führen kann, sieht man an den Banlieues von Paris oder an Brüssels Problemviertel Molenbeek. Dort herrscht gesellschaftliche und soziale Ausgrenzung, Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit – vor allem bei der Jugend. Das wiederum ist ein Nährboden für radikale Strömungen. Und Terror.

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