Sofia: Erneut Drohnenangriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer

Vor Bulgariens Schwarzmeerküste werden erneut Schiffe angegriffen. Die Regierung in Sofia verdächtigt Russland, der Botschafter wird einbestellt. Bulgarien hofft derweil auf Unterstützung aus Brüssel.
von  dpa
Bulgariens Ministerpräsident Rumen Radev zufolge gab es vor der Küste des Landes erneut Drohnenangriffe auf kommerzielle Schiffe. (Archivfoto)
Bulgariens Ministerpräsident Rumen Radev zufolge gab es vor der Küste des Landes erneut Drohnenangriffe auf kommerzielle Schiffe. (Archivfoto) © Michael Kappeler/dpa

Im Schwarzen Meer sind vor der bulgarischen Küste nach Angaben der Regierung in Sofia erneut zwei Handelsschiffe mit Drohnen angegriffen worden. Die Behörden starteten einen Such- und Rettungseinsatz, wie Ministerpräsident Rumen Radew der Nachrichtenagentur BTA zufolge erklärte. Die Angriffe, die sich in der exklusiven Wirtschaftszone des Landes und nahe am bulgarischen Hoheitsgebiet zutrugen, seien "absolut inakzeptabel". 

BTA zufolge wurde rund 33 Kilometer östlich des Küstenortes Bjala das ukrainische Schiff "Chelsea 3" von drei Drohnen getroffen, 15 Besatzungsmitglieder konnten in Sicherheit gebracht werden. Fünf von ihnen werden demnach wegen leichter Verletzungen behandelt. Bei dem zweiten Vorfall, rund 31 Kilometer vor dem Ort Krapez nahe der rumänischen Grenze, wurde ein Schiff getroffen und versenkt. Ein Besatzungsmitglied sei gerettet worden.

Beim Ministerrat in Sofia kam der Sicherheitsrat zusammen. Regierungschef Radew kündigte an, er wolle die russische Botschafterin in Bulgarien, Eleonora Mitrofanowa, zum Gespräch einbestellen.

Bulgarien fordert technische Hilfe für Ermittlungen an

Bulgarien will nach Angaben von Radew die Überwachung seines Luftraums und des Schwarzen Meeres verstärken. Der Ministerpräsident sollte BTA zufolge in Kürze mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte über die neuen Angriffe sprechen. Bulgarien könne noch nicht mit Gewissheit sagen, wer für die jüngsten Angriffe verantwortlich sei, doch alles deute darauf hin, dass die Attacken den Zielen Russlands förderlich seien, erklärte Radew. 

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kritisierte die Attacken auf der Plattform X als eine weitere Eskalation des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden, forderte sie. Die EU stehe an der Seite Bulgariens und danke den örtlichen Behörden für ihren schnellen Einsatz. 

Bereits vor gut einer Woche hatte es im Schwarzen Meer vor der bulgarischen Küste Drohnenangriffe auf Frachtschiffe gegeben. Sofia bat die Europäische Union und die Nato um technische Hilfe bei den Ermittlungen. Beide Schiffe waren beschädigt worden, eines davon sank. 

Kiew hatte die Schuld an den früheren Angriffen Moskau zugewiesen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sah darin "einen weiteren Ausdruck der russischen Bemühungen, den westlichen Teil des Schwarzen Meeres für die Schifffahrt völlig untauglich zu machen".

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