Silvio herabstufen!

Wie sollen die Märkte einer Regierung vertrauen, deren Premier ständig durch Skandale auffällt? AZ-Chefredakteur Arno Makowsky über die Finanzkrise in Italien.
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Wie sollen die Märkte einer Regierung vertrauen, deren Premier ständig durch Skandale auffällt? AZ-Chefredakteur Arno Makowsky über die Finanzkrise in Italien.

Silvio Berlusconi reagierte so, wie man das von ihm gewohnt ist: unbeherrscht und selbstgerecht. Schuld am Finanzdesaster seiner Landes sind natürlich die anderen, die Oppositionspolitiker, die Medien und natürlich die böse Ratingagentur „Standard & Poor’s“, die die Kreditwürdigkeit Italiens gestern herabgestuft hat. Zu Unrecht, wie der Regierungschef findet.

Dabei entspricht die Herabstufung in Wahrheit durchaus den wirtschaftlichen und politischen Realitäten. Die Verschuldung liegt bei 120 Prozent des Bruttosozialprodukts und ist eine der höchsten in der EU. Zwar hat die Regierung endlich ein Sparpaket auf den Weg gebracht, doch ob Berlusconi es durchsetzen kann (und will), scheint fraglich. Wie sollen die Märkte einer Regierung in Rom vertrauen, deren Premier praktisch ausschließlich durch Skandale auffällt und der Italien in Telefonaten gerne mal als „Scheißland“ bezeichnet?

Für Deutschland und die übrige EU ist die prekäre Finanzlage Italiens äußerst gefährlich. Denn breitet sich die griechische Krise auf Italien aus, hilft kein Rettungsschirm mehr – dazu ist das Land viel zu groß. Um das zu verhindern, müssen die EU-Staaten weiterhin Griechenland unterstützen, anstatt mit Insolvenz zu drohen und damit das Chaos herbeizureden. Und Italien braucht endlich eine solide Regierung, der man zutraut, entschlossen auf die Schuldenkrise zu reagieren.

 

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