Seehofers stille Freude

Mit den Vorwürfen gegen Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich auch die Cheffrage in der CSU erstmal erledigt.
| Angela Böhm
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Karl-Theodor zu Guttenberg - sitzt er Horst Seehofer nicht mehr im Nacken?
dpa Karl-Theodor zu Guttenberg - sitzt er Horst Seehofer nicht mehr im Nacken?

 

Einen Adelstitel bekommt man durch Geburt. Einen Doktortitel nur durch eigene Leistung. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel, wie Karl-Theodor zu Guttenberg der Republik beweist. Einer wird sich darüber im stillen Kämmerchen sakrisch freuen: Horst Seehofer, der kein Abitur und nur bei seinem Lebenslauf mal ein bisserl geschummelt hat. Als er CSU-Chef geworden war und die Parteizentrale seine Vita aufpolierte, damit die Wähler glauben sollten, dass auch er ein Studierter ist.

Nun wendet sich in der Politik das Blatt schneller als mancher glaubt. Dass Karl-Theodor zu Guttenberg im Herbst beim Parteitag der CSU Seehofer von seinem Thron stürzen würde, stand so gut wie fest. Damit aber ist es nach der Schummel-Affäre vorbei. Der Oberbayer muss den adeligen Dr.a.D. aus Franken nicht mehr fürchten.Guttenberg kann halt doch nicht übers Wasser laufen, wie manche in der Partei schon geglaubt haben.

An der CSU-Spitze wird alles so bleiben, wie es ist. Seehofer könnte sich beruhigt zurücklehnen, wenn nicht jede Medaille zwei Seiten hätte. Guttenbergs Heiligenschein hat auch auf ihn und die CSU abgestrahlt. Die Popularitätswerte des Verteidigungministers katapultierten die CSU aus ihrem tiefen Loch wieder Richtung Olymp.

So schwinden die schwarzen Hoffnungen: Der Dr. ist futsch, der Heilsbringer enttarnt, der Bayern-Thron wieder weit weg – und auf Seehofer bleibt die CSU sitzen.

Angela Böhm ist Landtagskorrespondentin der Abendzeitung

 

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