Seehofer zerschlägt das System Stoiber

Die Topbeamten in der Staatskanzlei werden ausgewechselt - doch ein paar Drähte bleiben dem früheren Ministerpräsidenten
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Die Topbeamten in der Staatskanzlei werden ausgewechselt - doch ein paar Drähte bleiben dem früheren Ministerpräsidenten

MÜNCHEN „Lass bloß die Finger von meinen Leuten“, hatte Edmund Stoiber auf dem Filmball seinen Nach-Nachfolger Horst Seehofer gewarnt. Der aber will nicht hören, wirbelt Stoibers Prätorianer unter den Spitzenbeamten jetzt doch ein bisserl durcheinander und wechselt das „Küchenkabinett“ des Gestürzten an der Spitze der Staatskanzlei aus.

Amtschef Walter Schön, einer der schillerndsten und langjährigsten Weggefährten des Ex-Ministerpräsidenten, soll ins Justizministerium versetzt werden. Martin Neumeyer, der Rasputin der Regierungszentrale, auf dessen Ratschläge Stoiber bedingungslos gehört hatte, wechselt ins Landwirtschafts-Ressort. Michael Höhenberger, der Gabriele Pauli ausspioniert hatte, wird sogar wegbefördert – zum zweiten Amtschef im Umweltministerium.

Berlin-Statthalter als Chef der Parteizentrale

Einen Draht in die Spitze der Staatskanzlei aber wird Stoiber immer noch haben. Die Regierungszentrale leitet künftig Karolina Gernbauer. Sie war erst Stoibers Referentin, dann seine Büroleiterin.

Auch sonst wird das System des Ex-Ministerpräsidenten noch ganz gut funktionieren. Seehofer machte nämlich erst kürzlich einen strammen Stoiber-Mann zum Chef der CSU-Zentrale. Bernhard Schwab war Stoibers Sprecher und danach sein Statthalter in Berlin. Er und Neumeyer sind engste Vertraute. Im kleinen Kreis prahlte der neue CSU-Landesgeschäftsführer schon, dass er in seiner neuen Funktion auch richtig Macht habe.

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