Schäfer-Gümbel macht jetzt auf Superman

Erst kannte den hessischen SPD-Politiker keiner, dann war er der leicht skurrile Reservekandidat von Andrea Ypsilantis Gnaden. Spätestens seit dem Wochenende jedoch dürfte sich Thorsten Schäfer-Gümbel freigestrampelt haben. Aber in Führung liegt noch immer CDU-Mann Roland Koch.
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Politiker in neuer Rolle: Der Super-Schäfer-Gümbel.
dpa Politiker in neuer Rolle: Der Super-Schäfer-Gümbel.

ALSFELD/HOFHEIM - Erst kannte den hessischen SPD-Politiker keiner, dann war er der leicht skurrile Reservekandidat von Andrea Ypsilantis Gnaden. Spätestens seit dem Wochenende jedoch dürfte sich Thorsten Schäfer-Gümbel freigestrampelt haben. Aber in Führung liegt noch immer CDU-Mann Roland Koch.

Die Hessen-SPD wählte den Mann mit dem Antihelden-Image und dem einprägsamen Kürzel TSG mit unerwartet guten 96,7 Prozent zu ihrem Spitzenkandidaten für die Wahl am 18. Januar. Dahinter verblassen die 82 Prozent, mit denen die gescheiterte Ex-Ministerpräsidentenkandidatin Ypsilanti auf Platz zwei der Liste kam. TSG nimmt damit Tuchfühlung mit seinem CDU-Gegenbewerber Roland Koch auf: Der schnitt auf einem Landesparteitag am Wochenende mit 97,1 Prozent noch ein paar Zehntelpunkte besser ab.

Schäfer-Gümbel hielt sich bei den in Alsfeld versammelten Genossen nicht lange mit zurückhaltenden Tönen auf: „Die Zeit der Selbstkasteiung ist vorbei“, impfte er den Delegierten ein. Und erneut griff TSG auf ironische Art nach den ganz großen Vorbildern, um seine Ambitionen deutlich zu machen. Kürzlich hatte er sich schon in Obama-Manier mit einem an dessen „Yes we can“ angelehnten „Yo isch kann“ darstellen lassen. Nun zeigte er sich den Genossen mit einem T-Shirt, das ihn als Superman darstellt. „Ein kühner Kampf, das ist das, was wir in den nächsten 35 Tagen vor uns haben“, rief der Mann, der keine Chance zu haben schien und sie nun offensichtlich nutzen will, unter minutenlangem Beifall.

Koch dagegen, der laut Umfragen darauf hoffen kann, aus der Wahl als neuer alter Ministerpräsident mit einer CDU/FDP-Koalition hervorzugehen, gab sich in Hofheim am Taunus moderat. Kein Wort zu kriminellen Jugendlichen, keine Rede auch von einer Rückkehr zu den umstrittenen Studiengebühren – Koch gab den Softie: Bei der Wahl vor einem Jahr seien die Wähler der Union nicht zu Unrecht weggelaufen, resümierte der 50-Jährige: „Die Wähler irren sich nicht in solcher Größenordnung, sie geben uns Signale.“

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