Reporter belästigt: Britischer Rechtsextremist verurteilt

Nach unliebsamen Berichten über seine Aktivitäten während eines Zypern-Urlaubs schüchterte Tommy Robinsons zwei Journalisten ein. Nun hat ein Gericht ihn schuldig gesprochen.
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Tommy Robinson droht eine mehrjährige Haftstrafe.
Tommy Robinson droht eine mehrjährige Haftstrafe. © Yui Mok/PA Wire/dpa
London

Der britische Rechtsextremist Tommy Robinson ist wegen Belästigung zweier Journalisten schuldig gesprochen worden. Dem 43-Jährigen droht britischen Medienberichten zufolge eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Möglich ist laut der britischen Nachrichtenagentur PA auch eine Geldstrafe. Das Strafmaß soll den Angaben zufolge am 16. Dezember verkündet werden. 

Robinson, der eigentlich Stephen Yaxley-Lennon heißt, ist einer der bekanntesten Rechtsextremen Großbritanniens und mehrfach vorbestraft. Durch Robinsons einschüchterndes Verhalten fürchteten die Journalisten gewaltsame Übergriffe, wie PA aus dem Gerichtssaal berichtete. 

Im Kern geht es in dem Fall um eine Reaktion des 43-Jährigen auf Berichte der "Daily Mail" im Sommer 2024. Damals war es nach dem Mord an drei Mädchen im nordenglischen Southport landesweit zu rechtsextremen und rassistisch motivierten Ausschreitungen gekommen. Robinson, der unter anderem auf der Plattform X über eine große Reichweite verfügt, soll im Zuge dessen eine Schlüsselrolle gespielt haben. 

In den Berichten warf die "Daily Mail" Robinson vor, während eines Urlaubs auf Zypern mit Beiträgen in sozialen Medien die Unruhen angestachelt zu haben. Daraufhin habe Robinson die beiden Journalisten mit "rüpelhaften, einschüchternden Taktiken" bedroht, hieß es im Gericht laut BBC. Robinson engagierte demnach etwa Privatdetektive, um die Wohnadressen der Journalisten herauszufinden, und veröffentlichte Fotos. Einer der Journalisten erhielt daraufhin Personenschutz, der andere musste sein Zuhause verlassen. 

Robinson bestritt vor Gericht eine Einschüchterungsabsicht. Er habe lediglich Druck ausüben wollen, weil er seine Familie durch die Berichterstattung gefährdet gesehen habe.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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