Rentner nach Gehstock-Attacke auf Babis verurteilt
Wegen einer Gehstock-Attacke auf den jetzigen tschechischen Regierungschef Andrej Babis ist ein Rentner in Tschechien zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Das berichtete die Agentur CTK. Zu dem Vorfall war es im September auf einer Wahlkampfveranstaltung kurz vor der Parlamentswahl gekommen, aus der Babis als Sieger hervorging. Das Bezirksgericht in Frydek-Mistek verhängte wegen versuchter Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von einem Jahr, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.
Verurteilter: "Mir ist schwarz vor Augen geworden"
Der 65 Jahre alte Angeklagte sagte aus, im Affekt gehandelt zu haben und bezichtigte Babis der Lüge: "Mir ist schwarz vor Augen geworden, denn lügen soll man nicht und schon gar nicht in der Öffentlichkeit." Der Richter redete ihm ins Gewissen: Es sei inakzeptabel, politische Konflikte mit Stöcken oder mit anderen Formen von Gewalt auszutragen. Der Verurteilte muss eine Geldstrafe von 3.000 Kronen, umgerechnet rund 125 Euro, zahlen. Die Staatsanwaltschaft forderte eine höhere Strafe und legte Berufung ein.
Zunehmende Polarisierung
Der 71 Jahre alte Babis hatte nach dem Zwischenfall auf Anraten seiner Ärzte mehrere Ruhetage eingelegt, aber keine bleibenden Schäden davongetragen. Seine rechtspopulistische Partei ANO wurde bei der Parlamentswahl stärkste Kraft und regiert seit einem Monat gemeinsam mit zwei Rechtsaußen-Parteien. Politologen sprechen seit Langem von einer zunehmenden Polarisierung der Öffentlichkeit in Tschechien. Babis ist nicht unumstritten. Kritiker werfen dem Milliardär vor, Geschäft und Politik nicht immer sauber zu trennen. Die Staatsanwaltschaft hat die Aufhebung seiner Immunität wegen mutmaßlichen Subventionsbetrugs beantragt.
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