Rechtsextreme Straftaten auf Rekordniveau
Berlin (dpa) - Die Zahl der rechtsextremen Straftaten ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Nach vorläufigen Zahlen gab es 2008 fast 14 000 rechtsextreme Straftaten, teilte am Dienstag das Bundesinnenministerium auf Anfrage mit.
Es bestätigte damit Angaben von «tagesschau.de». Darunter waren 735 Gewalttaten. Im Jahr 2007 lagen die vorläufigen Zahlen mit knapp 11 000 deutlich unter den aktuellen Werten, die das Innenministerium auf monatliche Anfragen der Linksfraktion übermittelt. Die Zahl der bei Gewalttaten verletzten Menschen sei von knapp 600 auf 773 gestiegen.
Damit liegen die Werte laut «tagesschau.de» für 2008 auf Rekordniveau. Im bisherigen Rekordjahr 2006 wurden demnach nach den damaligen vorläufigen Angaben 12 240 Straftaten registriert, darunter 726 Gewalttaten. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers können sich die Zahlen durch Nachmeldungen noch ändern. Mit endgültigen Angaben sei im April/Mai zu rechnen.
Nach dem Bericht von «tagesschau.de» gab es 2008 mindestens ein Tötungsdelikt, das in der Statistik noch nicht enthalten sei. Auf die Einwohnerzahl bezogen gab es im vergangenen Jahr in Ostdeutschland die meisten Gewalttaten. Die Ermittler hätten bislang 7118 Tatverdächtige sowie 241 vorläufige Festnahmen gezählt. Gegen 17 von ihnen sei Haftbefehl erlassen worden.
Außerdem legte das Innenministerium auf Anfrage der Linksfraktion die Zahlen über antisemitische Straftaten im Jahr 2008 vor. Demnach gab es 1089 solcher Delikte, darunter 32 Gewalttaten mit 36 Verletzten. Im Vorjahr seien nach vorläufigen Zahlen 951 judenfeindliche Straftaten registriert worden, darunter 34 Gewaltdelikte mit 23 Verletzten.
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