Rechts motivierte Gewalttaten nehmen zu

Der Trend hin zu mehr politisch motivierten Gewalttaten mit rechtem Hintergrund hat sich 2025 fortgesetzt. Die Linke wirft der Bundesregierung vor, sie verharmlose das Phänomen.
dpa |
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In Hamburg soll im März der Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer der rechtsextremistischen Terrorgruppe "Letzte Verteidigungswelle" beginnen. (Archivfoto)
In Hamburg soll im März der Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer der rechtsextremistischen Terrorgruppe "Letzte Verteidigungswelle" beginnen. (Archivfoto) © Frank Hammerschmidt/dpa
Berlin

Die Polizei hat in Deutschland 2025 erneut mehr rechts motivierte Gewalttaten festgestellt als im Jahr zuvor. Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, wurden nach vorläufigen Zahlen im Gesamtjahr bundesweit 1.521 Fälle von politisch motivierter Gewalt aus dem rechten Spektrum aktenkundig. In der entsprechenden Statistik des Bundeskriminalamts (BKA) für 2024 sind 1.488 rechts motivierte Gewalttaten aufgeführt. Im Vorjahr waren der Polizei 1.270 Gewalttaten mit rechtem Hintergrund bekanntgeworden.

Die Bundesregierung weist in ihrer Antwort, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, darauf hin, dass sich die Zahl der Taten aufgrund von Nachmeldungen noch verändern kann. Das liegt nicht nur daran, dass die Meldungen erst aus den Ländern an das BKA übermittelt werden müssen, sondern hat auch damit zu tun, dass sich die politische Motivation manchmal erst nachträglich herausstellt.

Insgesamt mehr als 41.000 rechts motivierte Straftaten

Daher ist nicht auszuschließen, dass der leichte Rückgang der Gesamtzahl aller rechts motivierten Straftaten um rund vier Prozent auf 41.072 Straftaten im Jahr 2025 - womöglich am Ende geringer ausfällt.

Typische politisch motivierte Straftaten sind Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole, Volksverhetzung oder Beleidigung. Zu den Gewaltdelikten zählen etwa Tötungsdelikte, Körperverletzung, Landfriedensbruch, gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr, Freiheitsberaubung und Widerstandsdelikte. 

Die Linksfraktion hat für die letzten drei Monate des vergangenen Jahres zudem Details zu den verübten Gewalttaten erfragt. Aus der Antwort der Bundesregierung geht hervor, dass der Polizei im Oktober und im Dezember jeweils ein rechts motiviertes versuchtes Tötungsdelikt bekannt wurde.

Ferat Kocak, Innenpolitiker der Linksfraktion, wirft der Bundesregierung vor, sie verharmlose den Rechtsextremismus. "Rechte Gewalt eskaliert weiter und die Bundesregierung schaut weg", sagt der Bundestagsabgeordnete. Um der zunehmenden Gewalt entgegenzuwirken, seien unter anderem eine dauerhafte Finanzierung von Opferberatungsstellen und anderen Projekten gegen Rechtsextremismus notwendig. 

Terrorismus-Verdacht: Junge Rechte demnächst vor Gericht

Die Bundesanwaltschaft war im Mai mit Festnahmen und Durchsuchungen in mehreren Bundesländern gegen eine mutmaßlich rechtsterroristische Gruppe vorgegangen, die sich "Letzte Verteidigungswelle" nennt. Ihr Ziel soll es laut Bundesanwaltschaft gewesen sein, durch Gewalttaten vor allem gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems der Bundesrepublik herbeizuführen. Dazu zählten insbesondere Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen. Zum Zeitpunkt der Razzia waren die Beschuldigten zwischen 14 und 21 Jahre alt.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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