Rechte und Linke melden Erfolge bei Frankreichs Kommunalwahl

Politisches Kräftemessen in Frankreich: Rechtsnationale feiern in Perpignan, die Sozialisten hoffen in Paris – und Straßburg könnte ein Comeback erleben. Wer kann im zweiten Wahlgang nachlegen?
dpa |
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Die Kommunalwahlen in Frankreich sind ein Stimmungstest vor der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr.
Die Kommunalwahlen in Frankreich sind ein Stimmungstest vor der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr. © Jean-Francois Badias/Pool AP/AP/dpa
Paris

Nach der ersten Runde der Kommunalwahlen in Frankreich haben das rechte Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen sowie die Linkspartei La France Insoumise (LFI) Zugewinne für sich reklamiert. Definitive Auszählungsergebnisse lagen am Abend aber noch nicht vor. In der Mehrzahl der Gemeinden und in praktisch allen Großstädten, wo keine absolute Mehrheit erreicht wird, gibt es am kommenden Sonntag (22. März) einen zweiten Wahlgang. 

Knapp 49 Millionen Menschen im Land waren zu dem Urnengang aufgerufen, bei dem Tausende Gemeindevertreter gewählt werden. Diese bestimmen dann im Anschluss den Bürgermeister oder die Bürgermeisterin.

Um 17.00 Uhr lag die Wahlbeteiligung landesweit bei 48,90 Prozent. Bei den vorangegangenen Kommunalwahlen, die 2020 allerdings während der Corona-Pandemie organisiert wurden, lag die Beteiligung am Mittag bei 38,77 Prozent. Präsident Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte gaben ihre Stimmen im nordfranzösischen Küstenort Le Touquet-Paris-Plage ab. 

Ein Jahr vor der nächsten Präsidentschaftswahl, bei der Macron nach zwei Amtsperioden nicht mehr antreten kann, gilt die Abstimmung auch als letzter großer Stimmungstest. 

Mit Spannung wird vor allem verfolgt, wie viele Mandate das rechtsnationale Rassemblement National (RN) einfahren kann, das sich ebenso wie die Partei Renaissance von Staatschef Macron mit lokaler Verankerung schwertut. Bei den Kommunalwahlen 2020 hatten vor allem Frankreichs Grüne punkten können. Sie fürchten nun eine Schlappe.

Großstadtrathäuser umkämpft

Besonders von den Parteien umkämpft sind die Rathäuser der Großstädte. In Paris deutete sich an, dass die Hauptstadt nach dem Ausscheiden von Bürgermeisterin Anne Hidalgo in der Hand der Sozialisten bleibt. Der Sozialist Emmanuel Grégoire landete nach Hochrechnungen deutlich vor der konservativen Herausforderin Rachida Dati. In Frankreichs zweitgrößter Stadt Marseille könnten die Sozialisten ebenfalls am Ruder bleiben – Hochrechnungen sahen sie knapp vor dem Rassemblement National.

In Nizza an der Côte d'Azur hingegen sahen Hochrechnungen den rechtsnationalen Éric Ciotti vor dem aktuellen Bürgermeister Christian Estrosi aus dem konservativen Mitte-Lager. Im südfranzösischen Perpignan, der einzigen Großstadt, in der bisher bereits das RN regierte, sah alles nach einer Wiederwahl von Bürgermeister Louis Aliot gleich im ersten Wahlgang aus.

Ein überraschendes Comeback deutet sich unterdessen nach den Hochrechnungen in der Elsass-Metropole Straßburg an. Die Sozialistin Catherine Trautmann, die dort von 1989 bis 1997 und erneut von 2000 bis 2001 Bürgermeisterin war, landete in der ersten Wahlrunde auf Platz eins knapp vor dem konservativen Herausforderer Jean-Philippe Vetter. Die bisherige Bürgermeisterin Jeanne Barseghian (Grüne) kam nur auf Platz drei.

Bei den Listenwahlen sind die Parteien verpflichtet, gleich viele Männer und Frauen in abwechselnder Reihenfolge als Kandidaten aufzustellen. Neben den im Land wohnenden Französinnen und Franzosen sind auch Einwohner aus EU-Staaten zur Teilnahme an den Kommunalwahlen berechtigt. Rund 36.500 Deutsche haben sich nach Angaben der Regierung für die Wahl registrieren lassen.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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