Raketen treffen Kiew - Ukrainer beklagen fehlende Vorwarnung

Erneut schlagen russische Raketen in der ukrainischen Hauptstadt ein, auch diesmal soll es vorher keine Warnhinweise der USA gegeben haben. Bürgermeister Klitschko spricht von mehreren Todesopfern.
dpa |
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Die ukrainische Luftabwehr ist auf Hilfe der Verbündeten angewiesen. (Archivbild)
Die ukrainische Luftabwehr ist auf Hilfe der Verbündeten angewiesen. (Archivbild) © Friedemann Kohler/dpa
Kiew

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist erneut von ballistischen Raketen aus Russland getroffen worden - und auch diesmal habe es keine vorherige Warnung der Verbündeten gegeben, beklagte die Staatsführung. Unmittelbar nach Auslösung des Luftalarms am späten Abend seien schon die ersten Explosionen in der Millionenmetropole zu hören gewesen, berichtete das ukrainische Nachrichtenportal "The Kyiv Independent". Laut Bürgermeister Vitali Klitschko sei ein neunstöckiges Wohngebäude getroffen worden und in Flammen aufgegangen, es gebe mindestens 2 Tote und mehr als 20 Verletzte.

Wie schon am Vortag hätten die internationalen Partner auch diesmal keine Warnhinweise auf einfliegende Raketen gegeben, sagte der ukrainische Präsidentenberater Dmytro Lytwyn dem Bericht zufolge vor Journalisten. Auch die ukrainische Luftwaffe habe dies bestätigt. Die Ukraine verließ sich in ihrem seit 2022 andauernden Abwehrkampf gegen Russland bislang vor allem auf Aufklärungsdaten des US-Militärs, aber auch auf die anderer Nato-Mitgliedsstaaten. Die US-Regierung bestritt zuletzt Vorwürfe aus Kiew, wonach militärische Informationen nicht mehr mit den Ukrainern geteilt würden.

Munitionsmangel verschärft Probleme

Weil es den ukrainischen Streitkräften nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland die Angriffe auf Kiew und andere Städte verstärkt. Als effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzufangen sind, gelten die von den USA produzierten Patriot-Systeme. Die ukrainische Armee hat mehrere davon, aber nicht genügend Munition.

Verschärft wird die Notlage der Ukraine durch die jüngsten Spannungen zwischen Kiew und Washington. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beklagte am Dienstag erneut ausgebliebene Warnungen der Verbündeten vor Raketenangriffen. Dadurch sei ein Heizkraftwerk im Osten Kiews getroffen worden, hinzu kamen demnach ein Toter und sechs Verletzte. Die Raketen seien erst im Anflug auf Kiew von den Radaren entdeckt worden, sagte Selenskyj. Wenige Stunden später folgten die Angriffe auf Kiew.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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