Quelle: Eine Pleite auch für Seehofer

Er hat es versucht: Der Ministerpräsident setzte sich vergeblich für das Unternehmen Quelle ein. Nun will Horst Seehofer den Betroffenen helfen, neue Arbeitsplätze zu finden.
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Ministerpräsident Horst Seehofer
dpa Ministerpräsident Horst Seehofer

Er hat es versucht: Der Ministerpräsident setzte sich vergeblich für das Unternehmen Quelle ein. Nun will Horst Seehofer den Betroffenen helfen, neue Arbeitsplätze zu finden.

"Ich könnte nicht mehr in den Spiegel schauen, wenn ich nicht alles versucht hätte“, teilte am Dienstag Ministerpräsident Horst Seehofer mit. Doch Geld für die Quelle-Mitarbeiter will der Freistaat nicht mehr locker machen. Gleich am Dienstagmorgen kam ein Hilferuf aus Fürth ins bayerische Finanzministerium. Auch die Transfergesellschaft, in der derzeit 300 ehemalige Mitarbeiter des Versandhauses auf einen neuen Job vorbereitet werden, steht vor dem Aus – wenn es keine Finanzspritze vom Freistaat gibt. Von fünf Millionen Euro ist die Rede. Doch Finanzminister Georg Fahrenschon signalisierte: Nein!

Dabei hatte sich Ministerpräsident Horst Seehofer noch vor der Wahl für eine Transfergesellschaft stark gemacht. Alle in Bayern entlassenen Quelle-Mitarbeiter sollten nach ihrer Entlassung für mindestens drei bis sechs Monate weiterqualifiziert und in neue Jobs vermittelt werden.

Die Transfergesellschaft sollte in zwei Stufen aktiv werden: Ab 1. Oktober für rund 300 Betroffene, 200 weitere sollten in den nächsten Wochen folgen. Finanziert werden sollten sie noch von Quelle. Doch jetzt ist das Versandhaus endgültig pleite - und kann auch die Löhne und Sozialausgaben in der Transfergesellschaft für Oktober schon nicht mehr bezahlen. Im Finanzministerium eierte man gestern rum. Ein Sprecher: „Das ist jetzt die Sache des Insolvenzverwalters.“

Völlig offen ist auch, was mit der zweiten Transfergesellschaft passiert, die ab 1. Januar 2010 geplant war. Sie sollte auf 1800 weitere betroffenen Mitarbeiter ausgeweitet und vom Freistaat Bayern finanziell unterstützt werden.

Seehofer erklärte am Dienstag, es gehe jetzt darum, „umfassend und schnell gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit das gesamte arbeitsmarktpolitische Instrumentarium für die Mitarbeiter einzusetzen.“ Man müsse „alles dafür tun, um neue Arbeitsplätze für die Arbeitslosen bei Quelle zu finden“.

Noch vor Weihnachten wolle die Staatsregierung ein Strukturprogramm für die Stärkung der Region Nürnberg/Fürth vorlegen.

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