Prozess wegen Mordanschlag auf Kölner Bürgermeisterin startet

Der Anschlag einen Tag vor der OB-Wahl in Köln sorgte in Deutschland für Entsetzen. Ein halbes Jahr nach der Messerattacke auf Henriette Reker wird die Tat jetzt vor Gericht aufgerollt.
| dpa
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Bilder vom Tatort in Köln. Die OB-Kandidatin Henriette Reker wurde bei einem Messerangriff schwer verletzt.
dpa Bilder vom Tatort in Köln. Die OB-Kandidatin Henriette Reker wurde bei einem Messerangriff schwer verletzt.

Düsseldorf - Das Attentat auf Henriette Reker einen Tag vor ihrer Wahl zur Kölner Oberbürgermeisterin wird von diesem Freitag an in Düsseldorf vor Gericht aufgerollt. Angeklagt wegen versuchten Mordes ist ein 44 Jahre alter Mann. Frank S. hatte Reker am 17. Oktober 2015 ein Jagdmesser in den Hals gerammt. Die Politikerin wurde lebensgefährlich verletzt und lag während ihrer Wahl an die Spitze der größten Stadt Nordrhein-Westfalens im künstlichen Koma.

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Der Angreifer hatte sich in den 90er Jahren in der rechtsextremen Szene bewegt. Als Motiv soll der arbeitslose Anstreicher die Flüchtlingspolitik genannt haben. Reker war in Köln bis zur Wahl als Sozialdezernentin für die Unterbringung der Flüchtlinge zuständig. Die Oberbürgermeisterin leidet noch heute unter dem Attentat und ist nach wie vor in ärztlicher Behandlung.

 

Erst fragte er nach einer Blume, dann stach er zu

 

Der Prozess findet im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichtes Düsseldorf statt. Reker soll dort in zwei Wochen als Zeugin aussagen. Sie hatte berichtet, dass der Attentäter sie nach einer Blume gefragt und freundlich angeschaut hatte, bevor er ein großes Messer zückte und zustach. Anschließend verletzte er vier weitere Menschen schwer.

Dem Angeklagten droht als Höchststrafe lebenslange Haft. Nach Ansicht des Verteidigers könnte die Attacke aber auch als gefährliche Körperverletzung gewertet werden. Reker tritt im Prozess als Nebenklägerin auf - vertreten durch einen Anwalt.

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