Terrorakt mit Messer am Bahnhof Winterthur: Drei Verletzte

Blutiger Angriff am Bahnhof: Drei Männer werden Opfer eines Anschlags. Was die Polizei über den Täter und sein Motiv sagt.
dpa |
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Drei Menschen wurden verletzt.
Drei Menschen wurden verletzt. © Claudio Thoma/KEYSTONE/dpa
Winterthur

Am Schweizer Bahnhof Winterthur sind bei einem Terrorakt drei Männer mit einem Messer verletzt worden, einer von ihnen schwer. Der Täter, der 2015 wegen Verbreitung von Propaganda für die Terrororganisation Islamischer Staat angezeigt worden war, stach mit einem Messer auf die Personen ein, wie die Kantonspolizei Zürich mitteilte. Er sei fünf Minuten nach dem Auslösen des Alarms festgenommen worden. Es habe keine weiteren Täter gegeben.

Augenzeugen hatten berichtet, der 31-Jährige habe bei den Taten "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") gerufen, was Islamisten bei Anschlägen oft als religiösen Kampfruf verwenden. Winterthur mit rund 120.000 Einwohnern liegt etwa 50 Kilometer südwestlich von Konstanz am Bodensee. 

Polizei hatte Mann vorher in die Psychiatrie gebracht 

Der Schweizer, der auch die türkische Staatsbürgerschaft hat, war nach Angaben der Polizei noch vor wenigen Tagen in der Psychiatrie. "Es ist ein Mensch, der ganz offensichtlich eine Verwirrung hat, die jihadistisch motiviert ist", sagte Mario Fehr, Sicherheitsdirektor des Kantons Zürich, bei einer Pressekonferenz. 

Er habe sich am 25. Mai bei der Stadtpolizei Winterthur gemeldet und dabei "wirre Aussagen" gemacht, sagte der Kommandant der Kantonspolizei, Marius Weyermann. Dabei habe er aber keine Gewaltdrohungen ausgestoßen. Die Polizei sei dennoch ausgerückt und habe ihn in die psychiatrische Einrichtung gebracht, die er aber am nächsten Tag wieder verlassen habe. Er sei zunächst gesucht worden, aber ein Arzt habe bescheinigt, dass er keine Gefahr für sich und andere darstelle.

Am Bahnhof seien mutige Leute gewesen, sagte Weyermann. So habe sich eine Lehrerin schützend für ihre Klasse gestellt, die zufällig gerade am Bahnhof vorbeiging. 

Ein Opfer musste operiert werden

Bei den Opfern handelt es sich um drei Schweizer. Ein 28-Jähriger habe eine Stichverletzung am Bein erlitten, ein 43-Jähriger am Hals. Beide hätten nach der Versorgung im Krankenhaus nach Hause gehen können. Ein 52-Jähriger sei schwerer verletzt worden. Er habe nach einer Stichverletzung am Oberschenkel operiert werden müssen. 

Der mutmaßliche Täter sei in der Schweiz geboren und 2009 eingebürgert worden, hieß es von den Behörden. Er habe sich aber 2024 abgemeldet und sei in die Türkei gezogen. Nach Informationen der Polizei kehrte er erst vor kurzem zurück in die Schweiz. Fehr geht davon aus, dass er sich in der Türkei radikalisiert hat. "Wir wollen, dass solche Leute das Land verlassen", sagte er. Die Aberkennung der Staatsbürgerschaft sei möglich.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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