Politik: Irre Aktion von Tschechien-Präsident: Live im TV Unterhose verbrannt

Irre Aktion des tschechischen Präsidenten: Live im TV verbrennt er eine rote Unterhose, die ihm Kritiker zuvor auf einen Fahnenmast gehangen hatte.
dpa/AZ |
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Der tschechische Präsident Milos Zeman hat live im TV eine Unterhose verbrannt.
Screenshot CTK.TV Der tschechische Präsident Milos Zeman hat live im TV eine Unterhose verbrannt.

Prag - Der tschechische Präsident Milos Zeman hat vor laufenden Fernsehkameras eine riesige rote Unterhose verbrannt.

Der 73-Jährige warf sie am Donnerstag im Garten des Präsidentensitzes in Prag in ein brennendes Lagerfeuer. Hintergrund ist, dass Kritiker des Präsidenten die rote Unterhose im September 2015 an einem Fahnenmast auf der Prager Burg aufgehängt hatten. Die Gruppe Ztohoven hatte damals erklärt, dies sei die passende Fahne für einen Mann, der sich für rein gar nichts schäme. Die Künstler erhielten Bewährungsstrafen wegen Sachbeschädigung.

Aktion des Präsidenten schockt alle

Da das Thema der Pressekonferenz des Präsidenten nicht angekündigt worden war, waren in Prag im Vorfeld die Spekulationen hochgeschossen. Tschechische Buchmacher nahmen sogar Wetten darauf an, dass Zeman seinen Rücktritt ankündigen, eine Amnestie verkünden oder seine Urlaubspläne für den Sommer bekanntgeben könnte. Mit dem, was dann passierte, hatte indes niemand gerechnet.

"Ich denke, dass die Zeit der schmutzigen Wäsche in der Politik nun vorbei ist", sagte ein kämpferischer Zeman an die Adresse seiner Kritiker. Er war erst im Januar für eine zweite fünfjährige Amtszeit wiedergewählt worden. Dabei kam er auf 51,4 Prozent der Stimmen, sein Herausforderer Jiri Drahos auf 48,6 Prozent.

Zeman hat sich in den letzten Jahren stärker nach rechts orientiert. Der einstige Sozialdemokrat warnte vor dem Islam und der Aufnahme von Flüchtlingen. Kritiker halten ihm seine guten Beziehungen zu Russland vor. Politologen diagnostizieren eine Spaltung der Gesellschaft in Zeman-Befürworter und -Gegner.

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