Pauli-Partei will Pauli rauswerfen

Das hatte sich die Polit-Rebellin wohl anders vorgestellt: In ihrer Partei herrscht Chaos total - und das nach nur vier Wochen. 16 Vorstandsmitglieder fordern Gabriele Pauli ultimativ zum Rücktritt auf. „Das hat mit Demokratie alles nichts mehr zu tun“
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MÜNCHEN - Das hatte sich die Polit-Rebellin wohl anders vorgestellt: In ihrer Partei herrscht Chaos total - und das nach nur vier Wochen. 16 Vorstandsmitglieder fordern Gabriele Pauli ultimativ zum Rücktritt auf. „Das hat mit Demokratie alles nichts mehr zu tun“

Sie propagierte „Frieden, Freude und Liebe“ mit ihrer neuen Partei, verteufelte „Machtstrukturen und Konkurrenz“ und forderte „eine Umkehr“. Nach nur vier Wochen hat die Realität Gabriele Pauli eingeholt – mit Intrigen, Machtkämpfen, Streit. Umgekehrt ist nur eines: Diesmal soll Pauli selbst zurücktreten von der Spitze der Freien Union. Ihre Partei meutert gegen die Chefin. Schon geht das Gerücht um, Pauli wolle aussteigen und eine andere Partei gründen.

In einem offenen Brief wandten sich am Mittwochabend 16 Vorstandsmitglieder gegen die Alleinherrschaft Paulis und forderten sie ultimativ zum Rücktritt auf: „Treten Sie zurück und machen Sie für eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden Platz, der die von Ihnen gegründete Partei wieder zurück auf den Weg bringt, auf den wir uns gemeinsam begeben haben.“

Denn die neuen Parteifreunde der Ex-Landrätin haben ihre Alleingänge satt. Sie werfen Pauli „Anmaßung“ vor, das „Übergehen von Beschlüssen“, das „Verschweigen von Informationen“, dass eine Teilnahme der Partei an der Bundestagswahl nur marginal möglich sei, weil bundesweit Unterstützer-Unterschriften fehlen. Und dass sie eigenmächtig einen Parteitag angesetzt und von Frankfurt nach Celle verlegt habe. Auf dem will Pauli den Vorstand neu wählen lassen.

„Mit dem Brief ziehen wir die Notbremse“, sagt Werner Winkler aus der Parteispitze. Paulis Vize, Sabrina Olsson, fordert: „Der Parteitag ist unsinnig, sie soll ihn absagen und sich bei uns entschuldigen.“ Pauli denkt nicht daran.

Erst am Sonntagabend hatte sie ihre beiden Vizes – Olsson und den Rechtsanwalt Michael Meier – gefeuert. Die Münchner Unternehmerin (47) hatte Pauli bei den Latex-Aufnahmen kennen gelernt. Als Kulisse für das mondäne Outfit diente damals die Grünwalder Villa von Olsson. Sie empört sich jetzt: „Es zählt nur Paulis Meinung, das ist doch hier kein Königreich. Das hat mit Demokratie alles nichts mehr zu tun.“ Vor allem die Berufung des Busen-Stars Kader Loth zur Frauenbeauftragten ärgerte Olsson: „Das ist reiner Populismus.“

Inzwischen wurden die E-Mail-Adressen von Olsson und Meier abgeschaltet. Pauli spielt den Unschuldsengel, spricht von Merkwürdigkeiten und dass der Schuldige gesucht werde.

Am Donnerstag war die Parteichefin gewaltig im Stress: Sie musste in Nürnberg noch 200 Unterschriften sammeln, damit sie dort zur Wahl antreten darf. Zu ihren Partei-Problemen sagte sie der AZ: „Das erledigt sich rasch und auf friedliche Weise.“ Eine neue Partei jedenfalls wolle sie nicht gründen.

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