Pakistan sperrt Nanga Parbat nach Taliban-Massaker

Nach dem Taliban-Massaker am Nanga Parbat im Norden Pakistans haben die Behörden alle Expeditionen auf den Berg für unbestimmte Zeit gestoppt.
| dpa
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Nach dem Taliban-Massaker am Basislager des Nanga Parbat im Norden Pakistans haben die Behörden alle Expeditionen auf den Berg für unbestimmte Zeit gestoppt.

Islamabad - Nach dem Taliban-Massaker am Basislager des Nanga Parbat im Norden Pakistans haben die Behörden alle Expeditionen auf den Berg für unbestimmte Zeit gestoppt.

Expeditionen auf andere Berge könnten aber fortgeführt werden, sagte der Verwaltungschef des Distrikts Gilgit, Shahbaz Tahir Nadeem, am Montag. "Wir haben Militär eingesetzt, um die Region zu sichern." Mehr als 300 ausländische Bergsteiger würden weiterhin andere Berge wie den K2 in der Gegend besteigen. Davon seien etwa zehn bis 15 Prozent Deutsche.

Extremisten hatten in der Nacht zu Sonntag das Basislager am Nanga Parbat überfallen und mindestens zehn ausländische Bergsteiger und einen pakistanischen Helfer ermordet. Der Sprecher des Innenministeriums, Umer Hameed Khan, korrigierte die Angaben der Polizei zu den Nationalitäten der Opfer am Montag. Es habe sich um drei Ukrainer, zwei Chinesen, einen Amerikaner chinesischer Herkunft, zwei Slowaken, einen Litauer und einen Nepalesen gehandelt, sagte er. Die Polizei habe 20 Verdächtige festgenommen und erwarte noch weitere Festnahmen. "Die Fahndung nach den Angreifern ist im Gange."

Weitere ausländische Bergsteiger, die den Aufstieg zum Nanga Parbat bereits begonnen hatten, waren zum Abbruch aufgefordert worden. Ein Polizeisprecher sagte, mindestens 45 Alpinisten seien in einem Flugzeug der Armee von Gilgit in die Hauptstadt Islamabad geflogen worden. Die meisten davon seien Europäer gewesen.

Die ermordeten Alpinisten gehörten zu drei verschiedenen Expeditionen, die den neunthöchsten Berg der Welt besteigen wollten. Die pakistanischen Taliban (TTP) hatten sich zu dem Anschlag bekannt. Sie sprachen von einer Racheaktion für die Tötung ihres Vizechefs Wali ur Rehman, der Ende Mai bei einem US-Drohnenangriff im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan getötet worden war.

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