Nordkorea: Luftraumverletzung durch südkoreanische Drohne

Nach Angaben Pjöngjangs soll Südkorea mehrfach Drohnen für Überwachungsflüge über Nordkorea eingesetzt haben. Was steckt hinter den Vorwürfen?
dpa |
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Die von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA publizierten Fotos sollen den Abschuss der südkoreanischen Überwachungsdrohne zeigen.
Die von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA publizierten Fotos sollen den Abschuss der südkoreanischen Überwachungsdrohne zeigen. © Uncredited/KCNA/KNS/dpa
Pjöngjang

Pjöngjang hat Südkorea beschuldigt, mit einem Drohnenflug die Souveränität Nordkoreas verletzt zu haben. Eine Überwachungsdrohne soll bereits am 4. Januar von der südkoreanischen Stadt Incheon gestartet sein und mit einer Kamera wichtige Anlagen in Nordkorea gefilmt haben. Das Flugobjekt sei vom nordkoreanischen Militär innerhalb des eigenen Luftraums abgeschossen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Sie publizierte zudem Fotos der abgeschossenen Drohne sowie ihrer angeblichen Überwachungsaufnahmen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Zudem warf Nordkorea dem Nachbarland vor, dass sich ein ähnlicher Fall bereits im September letzten Jahres ereignet habe. Damals soll Südkoreas Militär ebenfalls eine Drohne über nordkoreanischen Luftraum geflogen haben. Auch diese Drohne habe man abgeschossen, berichtete KCNA. 

Südkoreas Verteidigungsminister Ahn Gyu Back bestritt eine Beteiligung der Armee in beiden Fällen. Die fraglichen Drohnen auf den nun veröffentlichten Fotos seien keine vom südkoreanischen Militär verwendeten Modelle, sagte er Südkoreas amtlicher Nachrichtenagentur Yonhap. Die Behauptungen Nordkoreas seien "absolut nicht wahr". 

KCNA zitierte einen Sprecher des nordkoreanischen Militärs, der Südkorea Pjöngjang gegenüber als den "feindseligsten Staat" bezeichnete, dessen Natur sich niemals ändern werde. "Die militärischen Kriegstreiber der Republik Korea werden sicherlich einen hohen Preis für ihre unverzeihliche Hysterie zahlen müssen", hieß es weiter. 

Nordkorea hatte Südkorea bereits im Oktober 2024 vorgeworfen, mit einer Drohne bis in die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang vorgedrungen zu sein. Hinter dem Vorfall soll Südkoreas Ex-Präsident Yoon Suk Yeol stecken, dem von südkoreanischen Ermittlern unter anderem vorgeworfen wird, eine geheime Drohnenaktion auf nordkoreanischem Gebiet angeordnet zu haben, um eine militärische Reaktion des Nachbarstaates zu provozieren. Yoon, der im Dezember 2024 überraschend das Kriegsrecht ausgerufen hatte und mittlerweile in Haft sitzt, bestreitet die Vorwürfe.

Nord- und Südkorea befinden sich formal betrachtet nach wie vor in einem Kriegszustand, da der Korea-Krieg von 1950 bis 1953 nur mit einem Waffenstillstand endete, jedoch niemals ein Friedensvertrag unterzeichnet wurde.

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