Nordirak: IS-Kämpfer walzen antike Ruinenstadt nieder

Das irakische Antikenministerium ist alarmiert: IS-Kämpfer fallen im Nordirak über eine Jahrtausende alte assyrische Kultstätte her. Sie berufen sich bei ihrer Zerstörungswut auf den Propheten.
| dpa
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IS-Terroristen zerstören Jahrhunderte altes Kulturgut: Nimrud wurde um 1270 v. Chr. gegründet und war zeitweilig die Hauptstadt Assyriens.
dpa IS-Terroristen zerstören Jahrhunderte altes Kulturgut: Nimrud wurde um 1270 v. Chr. gegründet und war zeitweilig die Hauptstadt Assyriens.

Nimrud - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) setzt ihre Zerstörung einzigartiger altorientalischer Kulturgüter im Nordirak fort. Kämpfer des IS hätten die Jahrtausende alte Stadt Nimrud südlich von Mossul am Donnerstag überrannt, berichtete das irakische Altertumsministerium auf seiner Facebook-Seite.

Demnach begannen sie damit, die antiken Stätten von Nimrud "mit schweren Militärfahrzeugen" zu zerstören.

Nimrud ist eine bedeutende assyrische Ruinenstätte knapp 40 Kilometer südlich der vom IS besetzten Stadt Mossul. Nimrud wurde um 1270 v. Chr. gegründet und war zeitweilig die Hauptstadt Assyriens. Der Name der Stadt leitet sich vom biblischen König Nimrod ab. Ausgrabungen brachten im 19. und 20. Jahrhundert Festungsruinen, Tempelanlagen, Obelisken und reich verzierte Reliefs hervor. Das irakische Altertumsministeriums befürchtet nun, die bedeutenden Ruinen für immer zu verlieren.

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Erst Ende Februar hatten die IS-Dschihadisten ein Video veröffentlicht, das die Zerstörung assyrischer Kulturgüter aus der Provinz Ninive zeigt, darunter eine mehr als 2600 Jahre alte Figur. Der etwa fünf Minuten lange Film zeigt, wie Islamisten im Museum in der IS-Hochburg Mossul mit großen Hämmern auf die Stücke einschlagen oder sie umstürzen, so dass sie zu Bruch gehen. Auch mit einem Presslufthammer gehen die Dschihadisten auf Statuen los.

In dem Video erklärt ein IS-Anhänger, die Statuen hätten Assyrern und anderen Völkern der Vielgötterei gedient. Auch der Prophet Mohammed habe alle Götzenfiguren zerstört, als er nach Mekka gekommen sei. Der IS beruft sich dabei auf eine Interpretation des Islams, die die bildliche Darstellung von Menschen und Gott verbietet.

Der Fall erinnert an die Buddha-Statuen von Bamian, die den Taliban in Afghanistan zum Opfer fielen. Vor 14 Jahren begann das damals in Kabul herrschende radikalislamische Regime damit, die beiden 38 und 55 Meter hohen Statuen aus dem 6. Jahrhundert zerstören zu lassen.

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