Neue Studie legt dar: Atomkraft? Verzichtbar!

Ausgerechnet eine von Schwarz-Gelb in Auftrag gegebene Studie hält längere Laufzeiten für deutsche Atomkraftwerke für unnötig. Das ist ein Schlag für Bundekanzlerin Angela Merkel.
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Schlechte Zukunftschancen für die deutschen Atomkraftwerke: Strom lässt sich schließlich auch im Ausland kaufen
dpa Schlechte Zukunftschancen für die deutschen Atomkraftwerke: Strom lässt sich schließlich auch im Ausland kaufen

BERLIN - Ausgerechnet eine von Schwarz-Gelb in Auftrag gegebene Studie hält längere Laufzeiten für deutsche Atomkraftwerke für unnötig. Das ist ein Schlag für Bundekanzlerin Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Das hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel ganz anders vorgestellt: Laut einer Studie von drei deutschen Wirtschaftsinstituten ist es nicht nötig, die Atomkraftwerke in Deutschland länger am Netz zu lassen. Das rüttelt kräftig an den Plänen der Regierung, die die Laufzeit deutscher Atomkraftwerke eigentlich verlängern will.

Das Pikante daran: Die Regierung hatte die Studie selbst in Auftrag gegeben. Sie wollte die Bestätigung, dass die Kraftwerke länger laufen müssen. Doch die Gutachter kamen zu einem anderen Ergebnis.

Seit Wochen war immer wieder auf den 27. August verwiesen worden – der Tag des Berichts, von dem abhängen soll, wie es mit den Laufzeiten weitergeht: Ob man vier, zehn oder 28 Jahre drauflegt. Und nun das: Laut Wirtschaftsforschungsinstitut „Prognos“, dem Energiewirtschaftlichen Institut der Uni Köln (EWI) und der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) sind keine Versorgungsengpässe zu erwarten. Auch würde der Strom nicht teurer werden, wenn die Kraftwerke wie geplant vom Netz gehen.

Der Knackpunkt sind Zukäufe aus dem Ausland. Wenn Deutschland künftig mehr Strom aus Frankreich (59 Atomkraftwerke), Belgien (sieben) oder Tschechien (sechs) kauft, sind längere Laufzeiten für deutschen Kraftwerke verzichtbar. Die Idee dahinter: Die Werke in den Nachbarländern produzieren ohnehin genug Energie. Daher könne man deutsche Kraftwerke ruhig vom Netz nehmen.

Nun wollen sich die Minister Norbert Röttgen (gegen allzulange Laufzeiten) und Rainer Brüderle (für lange Laufzeiten) über das Wochenende zurückziehen, um die Studie auszuwerten. Am Montag ist eine gemeinsame Pressekonferenz. Am 28. September will die Regierung dann das neue Energiekonzept beschließen.

Schon jetzt freuen sich jedoch die Atomkraft-Gegner. „Jetzt hat es die Bundesregierung schwarz auf weiß: Verlängerte AKW-Laufzeiten sind überflüssig. Deutschland braucht keine Atomkraft, sondern volle Kraft voraus ins Zeitalter der Erneuerbaren Energien“, findet Hubert Weiger vom Bund für Umwelt und Naturschutz. Auch Grünen-Fraktionschefin Renate Künast fühlt sich bestätigt: „Es wird kein Licht ausgehen, die Preise werden nicht steigen.“

Dabei hatte es zuvor noch geheißen, Schwarz-Gelb hätte befangene Gutachter für die Studie engagiert: Laut „Spiegel Online“ soll einer der Wissenschaftler, der an der Expertise mitgewirkt hat, indirekt auf der Gehaltsliste von Energiekonzernen wie Eon oder RWE stehen. cae

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