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Neue Infektionsschutzverordnung: Nach Gutsherrenart

Der Chefredakteur Michael Schilling zu den Änderungen bei den Infektionsschutzmaßnahmen.
| Michael Schilling
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Wenn ich zu Fuß nach der Arbeit heimgehe, komme ich an einer gigantischen Baustelle vorbei. Die Arbeiter, allesamt auf Montage und in Dutzenden Containern untergebracht, lassen es dort allfeierabendlich krachen, erkennbar in wechselnder Besetzung und natürlich ohne Maske, wie tagsüber auch. Sei ihnen gegönnt. Schaut ja auch keiner hin. Corona-Regeln haben weite Teile der Arbeitswelt nie erreicht; das gilt auch für Fließbänder, Werkhallen usw.

Teure Tests bei schmalem Lohn

Andere Bereiche sind hingegen enormer Kontrolle ausgesetzt und schwer betroffen - die Gastronomie etwa. Ein Wirt teilte mir am Dienstag mit, dass seine wenigen ungeimpften Mitarbeiter den Betrieb nach dem neuen Kabinettsbeschluss, dass 3G beziehungsweise 2G ab sofort auch fürs Personal gelte, sofort verlassen werden. Wer will teure Tests machen, um schmalen Lohn einzustreichen? Dieser Beschluss, so der Gastronom, gehe in Zeiten von Facharbeitermangel und reduzierten Öffnungszeiten "mal wieder völlig am richtigen Leben vorbei".

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Regierungswillkür, die weder Plan noch Konsequenz oder Konsistenz erkennen lässt, verdrießt die Menschen seit mehr als eineinhalb Jahren. Warum etwa muss im voll besetzten Bierkeller ab Freitag niemand mehr seine Daten hinterlassen, ein Patient bei der Fußpflege hingegen schon? Das erklären Söder und sein Kabinett nicht. Die Staatsregierung erlässt weiter Regeln nach Gutsherrenart. Und die Gerichte kommen kaum hinterher, sie zu kassieren. Dem Glauben an Demokratie tut das nicht gut.

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