Neue Chefin für Bayerns Grüne

Stadträtin Sigi Hagl aus Landshut führt die Grünen. Aber noch kennt sie kaum einer
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Bayerns neue Grünen-Chefin Sigi Hagl (46) aus Landshut.
Bayerns neue Grünen-Chefin Sigi Hagl (46) aus Landshut.

AUGSBURG Zurück zu den Wurzeln – das ist das Fazit der Wahlnachlese bei den bayerischen Grünen. In Zukunft will die Partei verstärkt wieder die Themen Energie-, Klima- und Umweltpolitik ins Zentrum rücken. Für diesen Neuanfang steht seit dem Sonntag auch Sigi Hagl bereit.

Die Stadträtin aus Landshut ist mit 86,9 Prozent zur neuen Landesvorsitzenden gewählt worden und folgt damit auf Theresa Schopper, die sich ganz aus der Politik zurückzieht. Mit dem Realo Dieter Janecek bildet die linke Hagl künftig die neue Grünen-Doppelspitze in Bayern.

Profilieren muss sich die 46-Jährige noch. In der Öffentlichkeit ist die Kommunalpolitikerin bisher noch nicht bekannt. Bei den Grünen ist sie erst seit 2004, hat aber dann eine echte Blitzkarriere hingelegt. Schon 2008 zog sie in den Landshuter Stadtrat ein, und wurde sofort Fraktionssprecherin. 2012 wurde sie zur Beisitzerin im Landesvorstand gewählt, mit 95 Prozent der Stimmen.
Zur Politik kam sie als Elternbeiratsvorsitzende in der Kinderkrippe ihrer beiden Kinder. Bildung, Familie, Jugend und Soziales sind deshalb auch die politischen Themen der gebürtigen Landshuterin. Mit grünen Themen und Ökologie habe sie aber ebenfalls schon früh sympathisiert, sagt Hagl. „Ich brenne für grüne Politik“, sagt die gelernte Rundfunkredakteurin und studierte Politikwissenschaftlerin.

Wie man Herausforderungen und Schwierigkeiten meistert, weiß Hagl auch: Sie ist alleinerziehende Mutter. „Ich bin jemand, der gerne Verantwortung übernimmt und mitgestaltet“, sagt Hagl.
Im Rückblick kritisiert sie den Grünen-Wahlkampf in Bund und Land: Man sei als Bevormundungspartei rübergekommen, habe in Bayern kein eigenes Thema gesetzt – und die Forderungen nach Steuererhöhungen sei sowieso ein Fehler gewesen.

Da liegt die neue Landeschefin ganz auf einer Linie mit ihrem Co-Vorsitzenden Dieter Janecek: „Nach diesem Wahlkampf könnten manche von uns als Steuerberater anheuern“, sagte er. „Ich möchte keinen Wahlkampf mehr erleben, in dem der ökologische Wandel nicht mehr Leitprojekt der Grünen ist.“ In diese Kerbe haute auch die Ex-Bundesvorsitzende Claudia Roth, die das Steuerthema im Wahlkampf noch verteidigt hatte: „Wir sind dann erfolgreich, wenn wir authentisch sind.“
 

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