Nach Wahlpanne: Südkoreas Präsident sieht Demokratie bedroht

Nachdem die Regionalwahlen in Südkorea durch Stimmzettelengpässen teils unterbrochen wurden, steht Präsident Lee Jae Myung in der Kritik. In Seoul kommt es zu anhaltenden Protesten.
dpa |
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Bei seiner Pressekonferenz zum 1. Jahrestag seiner Amtseinführung äußerte sich Südkoreas Präsident Lee Jae Myung zum Skandal rund um die kürzlich abgehaltenen Regionalwahlen im Land.
Bei seiner Pressekonferenz zum 1. Jahrestag seiner Amtseinführung äußerte sich Südkoreas Präsident Lee Jae Myung zum Skandal rund um die kürzlich abgehaltenen Regionalwahlen im Land. © -/YNA/dpa
Seoul

Südkoreas Präsident Lee Jae Myung hat die organisatorischen Mängel rund um die am vergangenen Mittwoch abgehaltenen Regional- und Kommunalwahlen scharf kritisiert. "Das war absurd. Selbst für Menschen in weniger entwickelten Demokratien dürfte es kaum vorstellbar sein, dass Bürger nicht wählen können, weil keine Stimmzettel vorhanden sind", sagte Lee während einer Pressekonferenz zum einjährigen Amtsantritt in Seoul. 

Bei den Regionalwahlen letzte Woche sind an insgesamt 50 Wahllokalen die Stimmzettel vorübergehend ausgegangen – in 22 musste der Wahlbetrieb deswegen vorübergehend unterbrochen werden. 

Demonstranten fordern Neuwahlen

Seit mittlerweile fünf Tagen in Folge kommt es in der Hauptstadt Seoul wegen des Wahlskandals zu Protesten. Mehrere tausend Demonstranten fordern Neuwahlen und sehen ihre demokratischen Rechte durch den Stimmzettelmangel verletzt. Einige von ihnen behaupten zudem, dass die Regional- und Kommunalwahlen möglicherweise manipuliert wurden. Die meisten der Demonstranten sind junge Menschen in ihren 20ern und 30ern.

Am Montag begannen die Behörden auf Anweisung von Präsident Lee eine großflächige Untersuchung, die sich insbesondere gegen die nationale Wahlkommission richtet. Der 62-jährige Lee betonte während seiner Pressekonferenz allerdings, der Vorfall würde kein Hinweis auf einen Wahlbetrug darstellen. 

Die linksgerichtete Regierungspartei (DP) konnte bei den Wahlen einen Erdrutschsieg einfahren und hat in 12 von insgesamt 16 Regionen die meisten Stimmen geholt. Die konservative Oppositionspartei PPP hingegen schnitt bei den Wahlen schwach ab.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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