Nach Protesten: Truppen auf Moskaus Straßen
Moskau - Die mit schwerer Technik ausgerüstete Division "Felix Dserschinski" solle die Bevölkerung vor "Provokationen" schützen, sagte am Dienstag der Sprecher der Bereitschaftstruppen, Oberst Wassili Pantschenkow, nach Angaben der Agentur Interfax. Besorgte Bürger berichteten im Internet von Dutzenden gepanzerter Mannschaftswagen am Parlamentsgebäude und entlang der Ausfallstraßen der Hauptstadt. Menschenrechtler und liberale Opposition kritisierten den Aufmarsch scharf.
"Die Staatsmacht fürchtet den Zorn des Volkes nach dieser gefälschten Wahl", sagte Sergej Mitrochin von der Partei Jabloko. "Dieser Aufmarsch ist ein Zeichen der Schwäche." Die Bürgerrechtlerin Ljudmila Alexejewa sprach von einer Panikreaktion der Behörden. "Wir wählen ein neues Parlament, und sie schicken Truppen." Bei Massenprotesten in Moskau waren am Vortag etwa 300 Demonstranten festgenommen worden. Der Oppositionspolitiker Ilja Jaschin wurde in einem Eilverfahren am Dienstag zu 15 Tagen Arrest verurteilt.
Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden auch die Sicherheitskräfte in der Metropole in erhöhte Bereitschaft versetzt. "Zur Zeit finden täglich in Moskau mehrere Demonstrationen statt. Deswegen wurden die Kräfte zusammengezogen", sagte er. Die nach dem Drahtzieher des kommunistischen Geheimdienstterrors benannte Division "Felix Dserschinski" ist am Rand von Moskau stationiert.