Müde Piloten? Dienstdruck? Sicherheit geht vor!

Die Wirtschafts-Redakteurin der AZ, Susanne Stephan, über die Arbeitszeiten im Flugzeug und das fehlende Verständnis der Öffentlichkeit.  
| Susanne Stephan
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Feindt Die Wirtschafts-Redakteurin der AZ, Susanne Stephan, über die Arbeitszeiten im Flugzeug und das fehlende Verständnis der Öffentlichkeit.

Die Wirtschafts-Redakteurin der AZ, Susanne Stephan, über die Arbeitszeiten im Flugzeug und das fehlende Verständnis der Öffentlichkeit.

München - Was gehen uns die Tarifhändel und Dienstpläne der Piloten an, einer kleinen privilegierten Gruppe von Beschäftigten, die im Vergleich zum Großteil der übrigen Bevölkerung fürstlich entlohnt werden, bei überschaubaren Arbeitszeiten? Wenig bis gar nichts, ist der Normal-Arbeitnehmer versucht zu sagen. Sollen sich die Flugkapitäne doch mit ihren Arbeitgebern ohne großes Getöse zusammenraufen, und vor allem ohne den Flugverkehr durch Streiks zu beeinträchtigen.

Niemand will von einem übermüdeten Piloten geflogen werden

Wäre da nicht die Sicherheit. Kein Mensch will von einem übermüdeten Piloten von Mallorca nach Bayern oder von München in die Vereinigten Staaten geflogen werden. Den Piloten zu unterstellen, sie würden sich aus purer Faulheit gegen die jetzt auf EU-Ebene beschlossenen Dienstzeiten stemmen, ist waghalsig. Anonyme Umfragen unter Piloten und Studien unabhängiger Wissenschaftler belegen, was der gesunde Menschenverstand sagt: Nach 22 Stunden ohne Schlaf reicht die Aufmerksamkeit eines Menschen im Cockpit nicht aus, um bei Störungen angemessen zu reagieren.

Fast noch mehr als die verpatzte Reform der Dienstzeiten irritiert aber das Verfahren, mit dem die Angelegenheit in Straßburg durchgepeitscht wurde: Die Administration ließ sich bereitwillig von der Industrie die Entscheidungsvorlagen diktieren, und die Parlamentarier hatten am Ende keine Möglichkeit, am Vorschlag der Kommission Änderungen vorzunehmen. Demokratisch ist das nicht.

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