Messerattacke in Großbritannien: Täter psychisch krank?

Die tödliche Messer-Attacke auf Menschen in einem Park in England stellt die Ermittler vor Rätsel. Für Polizei und Geheimdienst war der Täter kein Unbekannter. Welche Rolle spielten psychische Probleme?
| dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
0  Kommentare Empfehlungen
Eine Frau legt zum Gedenken an die Opfer im Stadtzentrum von Reading Blumen nieder.
Jonathan Brady/PA Wire/dpa/dpa Eine Frau legt zum Gedenken an die Opfer im Stadtzentrum von Reading Blumen nieder.

Reading - Der Messer-Attentäter aus der britischen Stadt Reading soll psychisch krank sein.

Er höre Stimmen im Kopf und sei medikamentös behandelt worden, zitierte der "Telegraph" Verwandte und Ex-Nachbarn des 25-Jährigen. Freunde bezeichneten seinen Lebensstil als westlich, er habe zu vielen Partys eingeladen.

Auch die Polizei hatte eingeräumt, dass psychische Probleme bei der Tat eine Rolle gespielt haben könnten. Sie nannte allerdings keine Details und ging am Sonntag von einem Terrorangriff aus.

Der Mann hatte am Samstagabend in einem Park in Reading, etwa 70 Kilometer westlich von London, wahllos auf Menschen eingestochen. Drei starben, drei weitere erlitten schwere Verletzungen. Für die Todesopfer, darunter ein britischer Lehrer und sein US-amerikanischer Freund, gab es am Montag eine Schweigeminute.

Augenzeugen überwältigen den Täter, der in der Nähe des Parks wohnen soll. Nach einem Bericht der "Sun" wurde der 25-Jährige erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen. Er sei wegen mehrerer Straftaten verurteilt worden; unter anderem habe er einen Polizisten angegriffen. Wegen Terrorakten soll er noch nicht vorbestraft sein.

Der 25-Jährige ist britischen Medien zufolge ein Flüchtling aus Libyen. Für den Inlandsgeheimdienst MI5 ist er kein Unbekannter, hieß es. Er sei 2019 aufgefallen, weil er nach Syrien habe reisen wollen. Er soll aber nicht als gefährlich eingestuft worden sein.

Immer wieder kommt es in Großbritannien - vor allem in London - zu Terrorattacken. Erst Anfang Februar hatte ein Mann bei einer Messerattacke im Süden der Hauptstadt drei Menschen verletzt. Diese Tat hatte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich reklamiert. Insgesamt 25 Anschläge konnten nach Regierungsangaben seit einem Terroranschlag auf der Westminster-Brücke 2017 verhindert werden.

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 0  Kommentare – mitdiskutieren Empfehlungen
0 Kommentare
Artikel kommentieren