Merkel: Böhmermann-Text ist "bewusst verletzend"

Lange hat's gedauert, nun hat sich die Bundeskanzlerin doch noch zu dem vom ZDF gelöschten Schmähgedicht von Moderator Jan Böhmermann über den türkischen Präsidenten Recep Erdogan geäußert.
| Michael Burner / Onlineredaktion
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Angela Merkel hat Jan Böhmermann nach seinem Schmähgedicht über Erdogan kritisiert.
dpa/zdf/az Angela Merkel hat Jan Böhmermann nach seinem Schmähgedicht über Erdogan kritisiert.

Berlin - Sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel bislang Böhmermann-Fan gewesen sein, dann hat der Fernsehmann jetzt eine Anhängerin weniger. Für sein Gedicht über den türkischen Präsidenten Recep Erdogan, das sich von der ersten bis zur letzten Zeile weit unter der Gürtellinie bewegt, erhielt er am Montag von der Bundeskanzlerin einen Rüffel.

Merkel hat das im ZDF ausgestrahlte und im Nachhinein aus der Mediathek gelöschte Erdogan-Schmähgedicht von Jan Böhmermann als "bewusst verletzend" kritisiert. Das habe sie in einem Telefonat mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu am Sonntagabend deutlich gemacht, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin mit.

Sie seien gemeinsam der Ansicht, dass es sich um einen "bewusst verletztenden Text handelt". Merkel habe auf die Konsequenzen verwiesen, die der ausstrahlende Sender bereits gezogen habe. Ferner habe sie den hohen Wert bekräftigt, den die Bundesregierung der Presse- und Meinungsfreiheit beimesse. Diese sei aber nicht schrankenlos.

Das ZDF hatte in der Nacht zu Samstag in der Wiederholung von Böhmermanns Sendung "Neo Magazin Royale" einen Beitrag gestrichen, der am vorigen Donnerstag auf ZDFneo erstmals ausgestrahlt worden war. Böhmermann hatte das mit und selbst darauf hingewiesen, dass so etwas in Deutschland nicht erlaubt sei.

Die Verse enthalten Formulierungen, die unter die Gürtellinie zielen. Böhmermann nahm mit dem Text Bezug auf das NDR-Fernsehmagazin , das zuvor einen umstrittenen satirischen Beitrag über Erdogan ausgestrahlt hatte.

Der türkische Präsident hatte derart erbost darauf reagiert, dass der deutsche Botschafter in Ankara einbestellt wurde.

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