Mehr Europa!

Der AZ-Chefreporter Matthias Maus über Konsequenzen aus der Euro-Krise
| Matthias Maus
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So geht’s nicht weiter. Gipfel jagt Gipfel, die Regierungschefs beschimpfen sich, die Bevölkerung versteht nicht, was verhandelt wird. Die Finanzkrise ist gefährlich, die Euro-Krise ist gefährlich. Mindestens so gefährlich aber ist der Verlust des Vertrauens in politische Führung. In Akteure, die mit Finanztricks über ihre Einfallslosigkeit hinwegtäuschen.

Was also tun? Die Antwort ist gegeben, von Politikern aller Couleur: Mehr Europa! Was aber bedeutet das? Mehr Europa heißt: Wir brauchen eine mächtigere Zentrale, auf Kosten der Nationalstaaten. Einen Bundesstaat, keinen Staatenbund mit eitlen, überforderten Sarkozys, Merkels und Berlusconis. Wir brauchen ein Europa-Parlament mit Haushaltsrecht. Eine demokratisch kontrollierte Euro-Regierung, die den Griechen ein funktionierendes Steuersystem und Investitionen in Wind- und Solar-Energie verordnet, beispielsweise. Eine einheitliche Finanzpolitik, mit gemeinsamer Verantwortung für die Schulden.

Wir brauchen die Vereinigten Staaten von Europa. Erst wenn die Pleite Griechenlands nur noch so viel Aufsehen erregt wie die Pleite von Michigan in den USA, erst dann werden die Spekulationen gegen Euroland aufhören. Nicht in diesem Leben? Welche Regierung gibt schon Kompetenzen ab? Alles Phantasterei? Vielleicht. Vielleicht aber ist diese Revolution realistischer als ein Erfolg der bisherigen Fehlkonstruktion. Vielleicht ist diese Krise eine Chance. So jedenfalls geht’s nicht weiter.

 

 

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