Mehr als 100 Flüchtlinge stürmen Eurotunnel

Wieder versuchen Migranten in Calais, durch den Eurotunnel nach Großbritannien zu gelangen. Die organisierte Aktion legt den Zugverkehr stundenlang lahm.
dpa |
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Calais - Flüchtlinge haben am Samstag den Eurotunnel zwischen Frankreich und Großbritannien zeitweise lahmgelegt. Rund 200 Migranten versuchten am frühen Morgen, das gesicherte Gelände zu stürmen. Mehr als 100 von ihnen drangen kilometerweit in den Tunnel ein. Nach Angaben des Betreibers Eurotunnel musste der Zugverkehr durch den rund 50 Kilometer langen Tunnel mehrere Stunden ausgesetzt werden. Am Vormittag konnten die Züge mit Verspätungen bis zu 90 Minuten wieder durch eine der beiden Tunnelröhren fahren, wie es hieß.

Die Flüchtlinge hatten die Gleise auf der französischen Seite in Calais gestürmt. Ein Firmensprecher sprach von einer "gut organisierten und koordinierten Aktion". Einige Flüchtlinge drangen bis zu 15 Kilometer in den Tunnel ein, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Präfektur in Calais berichtete. Zehn Menschen wurden leicht verletzt, darunter zwei Polizisten. Am Morgen wurde eine Gruppe von rund 300 Migranten daran gehindert, zu Fähren im Hafen von Calais zu gelangen.

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In der nordfranzösischen Hafenstadt kampieren noch immer tausende Flüchtlinge. Viele von ihnen versuchen, gesetzeswidrig durch den Tunnel oder auf Fähren nach Großbritannien zu gelangen. Sie versprechen sich dort bessere Chancen und wollen deswegen keinen Asylantrag in Frankreich stellen.

Seit Ende Juni kamen bei Versuchen, auf per Zug transportierten Lastwagen oder zu Fuß durch den Tunnel zu kommen, 13 Menschen ums Leben. Vor allem am Gelände um den Tunnel sind die Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft worden.

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