Medien: Mehrheit in Alberta gegen Unabhängigkeit von Kanada

Die kanadische Provinz Alberta stimmt über den Weg in die Unabhängigkeit ab. Erste Prognosen zeigen: Die Mehrheit will nicht, dass weitere Schritte in diese Richtung gegangen werden.
dpa |
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Gut drei Millionen Wahlberechtigte waren in Alberta zur Stimmabgabe aufgerufen. (Archivbild)
Gut drei Millionen Wahlberechtigte waren in Alberta zur Stimmabgabe aufgerufen. (Archivbild) © Jeff McIntosh/The Canadian Press/AP/dpa
Edmonton

Die Einwohner der kanadischen Provinz Alberta haben sich ersten Prognosen zufolge gegen weitere Schritte in Richtung einer Unabhängigkeit von Kanada ausgesprochen. Mehr als 76 Prozent der Wähler sprachen sich für einen Verbleib der Provinz in Kanada aus, wie die Sender CBC und CTV News berichteten. Das endgültige Ergebnis soll nach Angaben der Wahlbehörde am 29. Oktober veröffentlicht werden.

Die Einwohner Albertas stimmten am Montag in einem Referendum darüber ab, ob die Provinz ein zweites verbindliches Referendum zur Trennung von Kanada anstreben soll - sowie über neun weitere Fragen zur Einwanderung und zur Verfassung. Konkret wurde gefragt: "Sollte Alberta eine kanadische Provinz bleiben, oder sollte die Regierung Albertas den von der kanadischen Verfassung geforderten rechtlichen Prozess einleiten, um in der Provinz ein verbindliches Referendum abzuhalten, ob sich Alberta von Kanada trennen sollte oder nicht?"

Alberta liegt im Westen des Landes und gilt als besonders konservativ. Viele Unabhängigkeitsbefürworter sind der Ansicht, dass Alberta wirtschaftlich einen großen Beitrag zum Wohlstand Kanadas leistet, von der Regierung in Ottawa aber politisch benachteiligt wird.

Zentrum der kanadischen Erdölindustrie

Die Provinz mit rund fünf Millionen Einwohnern ist das Zentrum der kanadischen Erdöl- und Erdgasindustrie und verfügt über riesige Ölsandvorkommen. Die Klimapolitik der kanadischen Bundesregierung, etwa CO2-Abgaben und Vorgaben für die Energiebranche, wird von Separatisten als Angriff auf die wirtschaftliche Grundlage der Provinz betrachtet. Die Separatisten hatten bereits im Voraus angekündigt, auch ein Referendum, das gegen sie ausgeht, nicht als Ende ihrer Bestrebungen zu sehen.

In Kanada hat es in der Vergangenheit bereits zwei Unabhängigkeits-Referenden gegeben - allerdings beide in der französischsprachigen Provinz Quebec. Anfang Oktober ging dort die separatistische Parti Québécois als stärkste Kraft aus der Regionalwahl hervor. Sie strebt ein weiteres Referendum über die Unabhängigkeit der Provinz an. Umfragen zufolge gibt es dafür derzeit allerdings ebenfalls keine Mehrheit in der Bevölkerung.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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