McCains letzte Chance

In allen Umfragen liegt der republikanische Senator hinten. Nur noch ein schwerer Fehler von Barack Obama kann den Trend umkehren. Entscheidet das TV-Duell heute Nacht?
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John MCain tut sich schwer, die Erwartungen zu erfüllen.
ap John MCain tut sich schwer, die Erwartungen zu erfüllen.

MÜNCHEN - In allen Umfragen liegt der republikanische Senator hinten. Nur noch ein schwerer Fehler von Barack Obama kann den Trend umkehren. Entscheidet das TV-Duell heute Nacht?

Viel Zeit bleibt ihnen nicht. Knapp drei Wochen haben John McCain und Barack Obama noch, dann wird der Wahlkampf des Jahres entschieden. Und vor allem für John McCain läuft die Zeit ab. Das letzte von drei TV-Duellen gestern nacht galt als die letzte Chance für den alten Hasen, das Blatt noch zu wenden. Denn wenn die Demoskopen diesmal recht behalten, dann hat die größte Supermacht der Erde in wenigen Tagen ihren ersten schwarzen Präsidenten.

Um das zu verhindern, muss der 72-jährige Senator aus Arizona tief in die Trickkiste greifen, sagen seine Berater: „Wenn er es nicht schafft, Zweifel an Obamas Plänen und Partnern zu wecken“, sagt Pat Buchanan, einer der knochenharten konservativen Kommentatoren, „dann hat Obama gewonnen“. In allen nationalen Umfragen liegt der 47-jährige Senator aus Illinois vor McCain, manchmal knapp, meist allerdings klar.

Die Angriffstrategie ist aber bisher nicht aufgegangen: Die Wähler nehmen übel: „McCain hat versprochen, Wahlkampf mit Themen zu machen“, sagt Flavio Lorenzioni, „aber er spricht nicht über die wichtigen Themen“.

"Er ist ein Araber, und ich habe Angst vor ihm"

Vor allem beim überragenden Thema Wirtschaft und Finanzkrise schafft es der Vietnamheld McCain nicht, sich zu profilieren und vor allem: Es gelingt ihm nicht, sich von seinem Parteifreund George Bush abzusetzen. Es werde unter McCain genau so weiter gehen wie in den vergangenen acht Jahren, wiederholt Obama seine Botschaft und kommt damit an.

McCain schimpft zwar auf die Verschwender und die versagenden Politiker in Washington: „Aber damit schlägt er Obama nicht“, sagen seine Berater. Immer mehr konservative Ratgeber wollen, dass McCain schärfer wird. Doch dazu kann er sich nicht durchringen, McCain fürchtet die Saat der Hetze.

Als vor einigen Tagen eine seiner Anhängerinnen sagte, Obama sei Araber und er mache ihr Angst, da korrigierte McCain die Frau und nahm ihr das Mikrofon ab: „Er ist ein Familienmann, mit dem ich grundlegende Meinungsverschiedenheiten habe.“ Die Menge buhte.

Matthias Maus

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