"Mal eine Stunde mehr arbeiten": SPD-Sozialexpertin kritisiert Söder-Aussage

Eine Stunde Mehrarbeit ist nicht zu viel verlangt, meint CSU-Chef Söder. Den Sozialdemokraten missfällt die Stoßrichtung der Debatte.
AZ/ dpa |
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Klose rügt Söder für Aussagen zu Mehrarbeit. (Archivbild)
Klose rügt Söder für Aussagen zu Mehrarbeit. (Archivbild) © Michael Kappeler/dpa

Die SPD-Sozialpolitikerin Annika Klose kritisiert Äußerungen von CSU-Chef Markus Söder über längere Arbeitszeiten in Deutschland. Die deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer leisteten schon sehr viel, die wenigsten scheuten sich, auch "mal eine Stunde mehr zu arbeiten", sagte die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion im RTL/ntv-"Frühstart". Sie verwies zugleich darauf, dass die Festlegung von Arbeitszeiten Sache der Tarifpartner und nicht des Gesetzgebers sei. "Deswegen finde ich die Forderung, ehrlich gesagt, ein bisschen daneben", sagte Klose. 

Der bayerische Ministerpräsident hatte am Sonntag in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" gesagt: "Eine Stunde Mehrarbeit in der Woche würde uns enorm viel Wirtschaftswachstum bringen und ist wirklich nicht zu viel verlangt." Söder forderte außerdem einen schrittweisen Abbau der sogenannten Rente mit 63, also der abschlagsfreien frühzeitigen Rente für besonders langjährig Versicherte.

Klose beklagt Schieflage bei Frühverrentungsdebatte

Auch diesen Vorstoß des CSU-Chefs kritisierte Klose. Einerseits gebe es die Rente mit 63 so gar nicht mehr. Wegen des steigenden Renteneintritts gehe es heute um die Rente mit 65 für einen abschlagsfreien Eintritt in den Ruhestand. Auch verwies Klose darauf, dass Arbeitnehmer über 60 heute kaum noch Fuß fassen könnten auf dem Arbeitsmarkt und auch die Förderung der Weiterbildung für Menschen ab 55 Jahren oft eingestellt werde. Bevor man diskutiere, wer wie viel länger arbeiten könnte, müsse dafür gesorgt werden, dass Menschen überhaupt bis zum Renteneintrittsalter arbeiten können.

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10 Kommentare
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  • Der wahre tscharlie am 02.02.2026 19:13 Uhr / Bewertung:

    Was man da alles so die letzten Tage alles aus den Unionskreisen hört, foögt für mich schon langsam einem Muster.
    Ob Merz mit seinem die Deutschen sind zu "faul und zu bequem", Linnemann mit, die Rentner sollen mehr arbeiten, die MIT mit ihren Forderungen, jetzt der CDU-nahe Wirtschaftsflügel und nun kommt der Söder auch noch mit seinem absurden Fußballvergleich.
    Zitat: "Wer länger läuft ist auch erfolgreicher".

    Ich hab da auch einen für die Politiker. "Wer weiß wo das Tor steht, landet auch mal einen Treffer. Alles andere ist nur ein rumgestöpsel".

    Ich kann mich nicht des Gefühles erwehren, dass die CDU/CSU langfristig den Sozialstaat abbauen will. Langsam komm ich mir wie eine ausgepresste Zitrone vor.

    Millarden von Überstunden, die Hälfte unbezahlt, 57% der Arbeiter*innen haben Teile ihres Urlabs verfallen lassen und Söder verlangt eine Stunde Mehrarbeit.
    Ist das jetzt dreist, oder hat er keine Ahnung von den Arbeitenden?

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  • 1Muenchner am 02.02.2026 19:34 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Der wahre tscharlie

    Wer länger läuft ist auch erfolgreicher. Wer nur 80 min läuft, kassiert in den letzten 10 min die ganzen Gegentore.

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  • Himbeergselchts am 02.02.2026 17:25 Uhr / Bewertung:

    Hier eine Stunde mehr, dort eine Leistung gestrichen und gekürzt, Gehaltsabzug bei Krankheit, steigende Renten- und Kassenbeiträge, 48% Rente - ein Problem. Und die Beiträge für Bürgergeldempfänger zahlen auch wir Kassenpatienten mit 10 Mrd Euro im Jahr zusätzlich. Dafür versichern wir unsere Zähne selbstverständlich selbst. Und so können Politiker und Beamte weiter mit Beihilfe ihre PKV Beiträge zahlen, bei unbefristeter und voller Gehaltsfortzahlung krank sein, höhere Erstattungen aus ihren Arzt- und Zahnarztrechnungen erhalten, keine Sozialabgaben und Beiträge in ihre Altersversorgung von 71% einzahlen, Familienzuschläge abstauben… Das zahlen auch noch wir Angestellten und Rentner für unsere durchschnittlichen Renten von 1 415,— Euro. Wollen wir doch den Beamten ihre Pensionen von 3 240,— Euro erhalten und die dritte Erhöhung der Diäten von Politikern finanzieren. Vom Weihnachtsgeld könnten auch noch 30% weg und den Pensionären draufgelegt werden für ihr 13.

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