Londoner Polizei prüft islamistisches Video nach Anschlag

In London werden vier Krankenwagen eines jüdischen Rettungsdienstes in Brand gesetzt. Der Ermittlungen laufen in alle Richtungen - geprüft wird auch ein islamistisches Bekennervideo.
dpa |
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Ein Brandanschlag auf den Rettungsdienst einer jüdischen Gemeinde versetzte London in einen Schockzustand.
Ein Brandanschlag auf den Rettungsdienst einer jüdischen Gemeinde versetzte London in einen Schockzustand. © Pa/PA Wire/dpa
London

Die Londoner Polizei prüft nach dem als antisemitisch eingestuften Brandanschlag auf einen jüdischen Rettungsdienst mögliche Verbindungen zu einer neuen islamistischen Gruppierung. Es würden alle Ermittlungsansätze verfolgt, bekannt sei auch ein "im Internet veröffentlichtes Bekennerschreiben einer islamistischen Gruppe", sagte der Chef der Metropolitan Police, Mark Rowley, der Nachrichtenagentur PA zufolge.

In der Nacht zum Montag hatten mindestens drei Unbekannte vier Krankenwagen des Rettungsdienstes der jüdischen Gemeinde in Golders Green in Brand gesetzt. Verletzt wurde niemand. Nach aktuellem Stand behandelt die Polizei den Fall als antisemitisches Hassverbrechen, nicht als Terrorakt. Auf der Plattform Telegram soll die Gruppe Harakat Ashab al-Jamin al-Islamia ein Bekennervideo veröffentlicht haben, dessen Authentizität bislang nicht bestätigt ist.

Die Gruppe habe sich zu weiteren Anschlägen in Europa bekannt und habe möglicherweise Verbindungen zum iranischen Staat, sagte Rowley. Er schränkte ein: "Es ist noch zu früh für mich, den Angriff (...) in Golders Green dem iranischen Staat zuzuschreiben." Das sei die Aufgabe der Ermittler der Sondereinheit zur Terrorismusbekämpfung. "Aber wer auch immer dafür verantwortlich war, die Auswirkungen sind schwerwiegend", sagte der Polizeichef.

In Israel hatte das Nationale Zentrum zur Bekämpfung von Antisemitismus Mitte März als Teil des Diaspora-Ministeriums einen Sonderbericht zu der islamistischen Gruppe veröffentlicht. Es sei eine "militante Organisation, die im März 2026 öffentlich in Erscheinung trat, nachdem sie die Verantwortung für eine Reihe von Angriffen auf jüdische Einrichtungen in Europa übernommen hatte", heißt es darin. Konkret genannt werden Vorfälle in Belgien, Griechenland und den Niederlanden. Belegt ist die Verbindung zu der Gruppe nicht.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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