Litauen entdeckt Migrantentunnel unter Grenzzaun zu Belarus

Geheimgang in die EU: Durch einen Tunnel sollten Migranten von Belarus nach Litauen geschleust werden. Doch Grenzschützer entdeckten die Unterführung. Es ist nicht der erste Vorfall in jüngster Zeit.
dpa |
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Lettland grenzt im Osten auf einer Länge von rund 172 Kilometern an Russlands engen Verbündeten Belarus. (Archivbild)
Lettland grenzt im Osten auf einer Länge von rund 172 Kilometern an Russlands engen Verbündeten Belarus. (Archivbild) © -/State Border Guard Service/dpa
Vilnius

  Der litauische Grenzschutz hat erneut einen Tunnel entdeckt, durch den Migranten unterirdisch aus Belarus in das EU-Land geschleust werden sollten. Der unfertige geheime Gang ohne Ausgang sei unter dem Grenzzaun in einer Tiefe von etwa 1,5 Metern gegraben und mit Baumstämmen und Brettern verstärkt gewesen, teilte die Behörde in Vilnius mit.

Litauen hat Belarus wiederholt beschuldigt, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Die Regierung in Vilnius reagierte darauf mit einem verstärkten Schutz der Grenze und dem Bau eines Grenzzauns. 

Der Geheimtunnel mit einem getarntem Eingang erstreckte sich den Angaben zufolge etwa vier Meter von belarussischem Gebiet in die litauische Seite hinein. Die Grenzschützer fanden den Tunnel demnach mit Hilfe elektronischer Geräte. 

Angriff auf Grenzschützer

Zuvor waren in den vergangenen Wochen bereits zwei andere Tunnel unter der Grenze zwischen Belarus und Litauen entdeckt worden. Dabei sollen litauische Grenzschützer in einem Fall einem Medienbericht zufolge von einer Gruppe von Migranten attackiert worden sein, die sich ihrer Festnahme widersetzen. Die Beamten mussten sich demnach danach zurückziehen, während die illegalen Grenzgänger wieder zurück nach Belarus flohen. 

Litauens Innenminister Martynas Katelynas ordnete eine interne Untersuchung an, nachdem eine Sprecherin des Grenzschutzes den zuvor von der Behörden nicht öffentlich gemachten Vorfall bestätigt hatte. Auch Regierungschef Mindaugas Sinkevicius kritisierte die nur verspätet erfolgte Bekanntmachung des Angriffs auf die Grenzschützer.

Hinweis: Diese Meldung ist Teil eines automatisierten Angebots der nach strengen journalistischen Regeln arbeitenden Deutschen Presse-Agentur (dpa). Sie wird von der AZ-Onlineredaktion nicht bearbeitet oder geprüft. Fragen und Hinweise bitte an feedback@az-muenchen.de

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