Linker Demokrat El-Sayed gewinnt Vorwahl in Michigan

Es ist eine parteiinterne Vorwahl, die für die Zwischenwahlen als zentral gilt: Im umkämpften Bundesstaat Michigan wird für die Demokraten ein Progressiver im Rennen um den Senatssitz antreten.
dpa |
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Setzt sich in der parteiinternen Vorwahl gegen Haley Stevens durch - Abdul El-Sayed. (Archivbild)
Setzt sich in der parteiinternen Vorwahl gegen Haley Stevens durch - Abdul El-Sayed. (Archivbild) © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa
Washington

Der als progressiv geltende Demokrat Abdul El-Sayed hat sich im Bundesstaat Michigan in einer viel beachteten parteiinternen Vorwahl für einen Sitz im US-Senat durchgesetzt. Er behauptete sich knapp gegen die dem moderaten Lager zugeordnete Demokratin Haley Stevens, wie US-Medien übereinstimmend prognostizierten. Dem Rennen wurde in den USA auch mit Blick auf den Ausgang der Zwischenwahlen im November eine hohe Bedeutung beigemessen. 

In Michigan wird am 3. November über einen der insgesamt 33 zur Wahl stehenden Sitze im US-Senat abgestimmt. El-Sayed konkurriert dann gegen den Republikaner Mike Rogers. Das Ergebnis könnte für die künftigen Mehrheitsverhältnisse in der Parlamentskammer entscheidend sein: Experten sehen das Rennen um den Sitz in dem "Swing State", der zwischen Republikanern und Demokraten umkämpft ist, als eines von wenigen, bei dem der Wahlausgang im Vorfeld schwer absehbar ist. 

Aktuell repräsentiert noch der Demokrat Gary Peters Michigan im Senat, in dem die Republikaner derzeit eine knappe Mehrheit haben. Eine zentrale Frage aus Sicht der Demokraten ist nun, wie gut die Chancen ihres linken Kandidaten El-Sayed sind, auch über die eigene Partei hinaus bei den Zwischenwahlen zu punkten. 

US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Berichte über El-Sayeds Sieg als "tolle Neuigkeiten für die Republikanische Partei". Auf seiner Plattform Truth Social warf er ihm vor ein "kommunistischer Versager" zu sein. Trump nutzte das Kommunismus-Label zuletzt immer wieder für linke Demokraten, die jüngst auch andernorts Erfolge feierten. 

El-Sayed macht sich für allgemeine Krankenversicherung stark

El-Sayed kam als Sohn ägyptischer Einwanderer in Michigan zur Welt. Er studierte Medizin an der Columbia University und promovierte an der University of Oxford. Mit 30 Jahren stieg er zum Leiter des Gesundheitsamtes von Detroit auf. 2018 trat er bei den Vorwahlen für die Gouverneurswahl in Michigan an, unterlag aber Gretchen Whitmer. 

Zu seinen Kernforderungen gehören eine allgemeine staatliche Krankenversicherung ("Medicare for All"), eine stärkere Besteuerung von Superreichen, die Absage an Großspenden von Unternehmen und Maßnahmen gegen den Klimawandel. El-Sayed vertritt zugleich eine sehr kritische Haltung gegenüber der israelischen Regierungspolitik und fordert einen Stopp von US-Militärhilfen.

Er genießt einen großen Rückhalt im linken Flügel der eigenen Partei. Neben der Senatorin Elizabeth Warren haben sich unter anderem auch die Kongressabgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez und Ro Khanna für ihn ausgesprochen.

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