Kunstmonarchie

Robert Braunmüller, der AZ-Redakteur über die Schenkung der Sammlung Goetz
| Robert Braunmüller
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Ministerpräsident Horst Seehofer (l., CSU), Kunstminister Wolfgang Heubisch (r.I und die Kunstsammlerin Ingvild Eva Regina Goetz: Sie schenkt Bayern ihre wertvolle Sammlung und ihr Münchner Museum.
dpa Ministerpräsident Horst Seehofer (l., CSU), Kunstminister Wolfgang Heubisch (r.I und die Kunstsammlerin Ingvild Eva Regina Goetz: Sie schenkt Bayern ihre wertvolle Sammlung und ihr Münchner Museum.

Lieber Staat, ich schenk’ Dir ein Schloss, aber Du musst es renovieren. Die Sammlerin Ingvild Goetz handelt zwar nicht direkt nach diesem Motto, aber fragwürdig wirkt die Teilung ihrer hochgelobten Sammlung schon. Bilder und Skulpturen bleiben als Dauerleihgabe in ihrem Besitz, die Medienkunst geht an den Freistaat. Und dieser Teil ist konservatorisch heikel, weil niemand die technische Entwicklung vorhersagen kann.

Darum darf sich in Zukunft der Steuerzahler kümmern, der künftig das Museum in Oberföhring betreibt, die Folgekosten und die bisher privat angestellten Mitarbeiter bezahlt. Die künstlerische Leitung bleibt in den Händen von Ingvild Goetz.

Im Fall Buchheim ist das schon einmal schiefgegangen. Die Sammlung Goetz ist nicht mit den Bernrieder Briefbeschwerern vergleichbar – sie zählt zu den weltweit bedeutendsten Sammlungen an Gegenwartskunst. Ich freue mich, dass sie in Bayern bleibt.

Wer aber von einer „Schenkung“ spricht, betreibt Sprachkosmetik. Es handelt sich um einen Ankauf, der erst in der Zukunft bezahlt wird. Ärgerlich ist auch, dass solche Entscheidungen ohne öffentliche Diskussion geräuschlos durchgezogen werden – weil sich Sonnenkönig Horst I. Seehofer vor der Wahl als Kunstkenner inszenieren will. Die Monarchie ist in Bayern aber seit 1918 abgeschafft – nur in der Kulturpolitik nicht. Es wird Zeit, dass sich das ändert.

 

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