Kürzungen und neue Rolle für Musk: Veränderungen im Pentagon

Pentagon-Chef Pete Hegseth hat die umstrittene Umgestaltung des US-Verteidigungsministeriums unter seiner Führung verteidigt - und weitere Veränderungen angekündigt. Vor Militärs in Quantico im US-Bundesstaat Virginia bestätigte er, dass das Pentagon ein Fünftel aller für Admiräle und Generäle vorgesehenen Dienstposten streichen will. US-Medien hatten das bereits vorab berichtet. Gleichzeitig verkündete Hegseth ein neues Projekt zur Erforschung der "Zukunft der Kriegsführung", das unter anderem von Tech-Milliardär Elon Musk geleitet werden soll.
Zweck des Projekts sei es, "mit einem kreativen Blick auf die Zukunft zu schauen, und Bereiche zu identifizieren, die wir erobern müssen, und die Fähigkeiten, die wir beherrschen müssen", sagte Hegseth bei seiner Rede.
Dabei sprach Hegseth auch das Thema der autonomen Kriegsführung an, also den Einsatz von Waffensystemen und Künstlicher Intelligenz, die ohne direktes menschlichen Eingriff aktiv sein und etwa Angriffe ausführen können. "Wir müssen vorausschauend handeln, um die technologische und militärische Überlegenheit auf dem Schlachtfeld für die kommenden Jahrzehnte zu sichern", sagte er weiter. Ergebnisse des Projekts erwartet der Pentagon-Chef innerhalb von 120 Tagen.
Nur eine von vielen Ankündigungen des Pentagon-Chefs
Der Verteidigungsminister kündigte zudem die Schaffung eines neuen Vier-Sterne-Kommandos an, um autonome und robotergestützte Fähigkeiten im US-Militär auszubauen.
In seiner Rede zur "Lage der Streitkräfte" erwähnte Hegseth auch eine Initiative, die sicherstellen soll, dass jede größere Militäreinrichtung in den USA ihren eigenen Strom erzeugen werde. Das Ziel: Auch dann handlungsfähig bleiben, wenn das zivile Stromnetz durch Cyberangriffe oder Sabotage lahmgelegt werde.
Der Pentagon-Chef verkündete außerdem, dass Trump einen neuen Militärstützpunkt im eigenen Land bauen will. Die Gouverneurinnen und Gouverneure der Bundesstaaten forderte er auf, sich dafür zu bewerben. "Wenn Ihr Bundesstaat die Ehre haben möchte, 15.000 bis 25.000 der großartigen US-amerikanischen Soldaten zu beherbergen, zeigen Sie uns, warum und wie Sie das bewerkstelligen wollen", sagte er.
"Die ideologischen Clowns sind raus" - Hegseths Personalpolitik
Hegseth pries in seiner knapp einstündigen Rede auch umstrittene Veränderungen, die unter seiner Führung bereits erfolgt sind. Bereits vergangenes Jahr hatte das Pentagon etwa die Zahl der aktiven Vier-Sterne-Generäle und -Admiräle erheblich zusammengestrichen. Immer wieder waren in den vergangenen Monaten Top-Führungskräfte im Pentagon entlassen oder zum Rückzug gedrängt worden. Die Gründe dafür blieben oft nebulös.
Seit seinem Amtsantritt im Januar 2025 trieb der 46-Jährige auch den Ausschluss von Transmenschen aus dem Militär und den Abbau von Programmen für Diversität und Gleichstellung voran.
Vor den Militärs in Virginia betonte er nun: "Die ideologischen Clowns sind raus. Die patriotischen Cowboys sind drin". Immer wieder wertete er dabei Personengruppen - wie beispielsweise Transmenschen - ab. Zufrieden stellte Hegseth fest, dass es nun nur noch "Krieger" in den eigenen Reihen gebe.
Die vielfach beschworene neue Ausrichtung auf ein "Krieger-Ethos" spiegelt sich seit etwa einem Jahr auch im Namen des Verteidigungsministeriums wider: Die Regierung von US-Präsident Donald Trump bezeichnet es seit vergangenem Herbst als "Kriegsministerium".