Kristina Schröder wird Mama: Baby-Alarm im Kabinett

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder erweitert ihre Fachkompetenz – sie erwartet ihr erstes Kind. Ihr ist klar: Leicht wird der Spagat zwischen Politik und Familie nicht.
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Ministerin Kristina Schröder an ihrem Hochzeitstag
dpa Ministerin Kristina Schröder an ihrem Hochzeitstag

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder erweitert ihre Fachkompetenz – sie erwartet ihr erstes Kind. Ihr ist klar: Leicht wird der Spagat zwischen Politik und Familie nicht.

BERLIN Dioxin-Skandal, Eurokrise, FDP-Umfragetief – war kurz alles vergessen, im Kabinett. Dort herrscht seit gestern Baby-Alarm! Familienministerin Kristina Schröder erwartet ein Kind. Gesundheitsminister Rösler, selbst Jung-Vater, fiel seiner Kollegin strahlend um den Hals, Agrarministerin Aigner gratulierte und Wirtschaftsminister Brüderle konnte allem Anschein nach nur mühsam den Impuls unterdrücken, glücksselig das Ministerinnen-Bäuchlein zu tätscheln.

Tatsächlich ist es ein Novum: Noch nie hat eine Ministerin im Amt ein Kind bekommen. Anders im Ausland: In Frankreich bekam die damalige Justizministerin Rachida Dati ein Mädchen – und stöckelte fünf Tage nach der Geburt wieder in den Elysée. In Spanien schritt Verteidigungsministerin Carme Chacon noch mit Sieben-Monats-Bauch Militärformationen ab.

Das Baby von Schröder und Ehemann Ole, der Innen-Staatssekretär ist, soll im Juli zur Welt kommen. „Wir werden vor den gleichen Herausforderungen stehen wie viele andere Paare“, sagt die 33-Jährige. „Wir sind zuversichtlich, dass wir das mit Unterstützung unserer Familien hinbekommen.“ „Tonnen von Glück“, um den „Zauber des Anfangs zu genießen“, wünscht Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, selbst siebenfache Mutter. Sie ist bisher die einzige der sechs Kabinettsfrauen, die Kinder hat.

Schröder will 14 Wochen pausieren – so lange, wie es der gesetzliche Mutterschutz vorsieht. Sie werde in dieser Zeit aber auch von zuhause arbeiten, sagte eine Sprecherin. Bei Terminen soll sie ihr Staatssekretär vertreten. Elternzeit gibt’s für Politiker nicht. Abgeordnete müssen nach Ablauf des Mutterschutzes für jeden Fehltag Strafe zahlen. Für ein Kabinettsmitglied wird eine lange Pause ohnehin schwierig – erst recht im Wahljahr 2011. Auch SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, am Dienstag selbst Mutter geworden, macht sich keine Illusionen: „Bei der ersten Gelegenheit, bei der’s schwierig wird“, sagte sie vor der Geburt, „kann ich mit Solidarität nicht rechnen.“

Annette Zoch

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