Krieg gegen die Ukraine: So ist die Lage am Samstagmorgen

Mehr als zehn Monate nach dem russischen Einmarsch feiern die orthodoxen Christen in der Ukraine Weihnachten. Selenskyj sieht sein Volk trotz der Kämpfe geeint wie nie. Die News im Überblick.
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Trümmer einer zerstörten Brücke liegen in dem Fluss Siwerskyj-Donez.
Trümmer einer zerstörten Brücke liegen in dem Fluss Siwerskyj-Donez. © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Kiew/Moskau - Mitten im russischen Angriffskrieg hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen Landsleuten eine Botschaft zum orthodoxen Weihnachtsfest gesendet. "Das ist ein Feiertag der Harmonie und des Familienzusammenhalts. Und zusammen sind wir alle eine große ukrainische Familie", sagte er in einem am Freitagabend veröffentlichten Video. Mehrere orthodoxe Kirchen feiern Weihnachten traditionell am 7. Januar.

Mehr als 300 Tage nach dem russischen Einmarsch sei die ukrainische Familie geeint wie nie zuvor - "in ihrem Mut, ihrer Standhaftigkeit, ihrem gegenseitigen Respekt und ihrer gegenseitigen Hilfe", erklärte Selenskyj, der in dem Video in einem festlich geschmückten Saal steht und ein militärgrünes Hemd mit kleinen eingestickten Panzern trägt.

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Die USA sagten dem angegriffenen Land unterdessen weitere militärische Hilfe zu - es handele sich um das größte Einzelpaket dieser Art seit Kriegsbeginn, hieß es aus Washington. Deutschland wiederum will seine zugesagten Marder-Schützenpanzer aus den Beständen der Bundeswehr liefern.

USA sagen Ukraine weitere Milliardenhilfe zu

Die US-Regierung stellt der Ukraine zur Abwehr des russischen Angriffskriegs weitere milliardenschwere Militärhilfen zur Verfügung. In dem Paket im Umfang von etwa drei Milliarden US-Dollar (2,8 Milliarden Euro) sollen auch 50 Schützenpanzer vom Typ Bradley enthalten sein. Das Paket enthalte darüber hinaus auch 100 gepanzerte Truppentransportfahrzeuge und minenresistente Fahrzeuge sowie 138 Geländewagen, die unter dem Namen "Humvee" bekannt sind.

Die USA gelten als wichtigster Verbündeter der Ukraine in dem Krieg. Auch andere alliierte Länder haben im Zuge des neuen US-Hilfspaketes weitere Waffenlieferungen an die Ukraine angekündigt, darunter auch Deutschland. Die Bundesregierung bestätigte, Marder-Schützenpanzer und ein Patriot-Flugabwehrsystem liefern zu wollen.

Verteidigungsministerium prüft Abgabe von Schützenpanzern

Das Verteidigungsministerium bereitet eine Abgabe der Schützenpanzer aus den Beständen der Bundeswehr vor. Eine entsprechende Prüfung lief nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Freitag im Wehrressort aber noch. Untersucht wurde dabei auch, wie das Ziel einer schnellen Überlassung von 40 Schützenpanzern erreicht werden kann. Die Bundeswehr verfügt insgesamt über etwa 370 Marder, von denen viele vor einem Einsatz auch überholt werden müssen. Etwa die Hälfte gilt als einsatzbereit.

Selenskyj: Westliche Panzer verhelfen Ukraine zu neuer Stärke

Selenskyj bekräftigte seine Dankbarkeit für die neuen Militärhilfen. "Es ist uns gelungen, die Stärke der Ukraine und die Zusammenarbeit bei der Verteidigung mit den Partnern auf ein neues Level zu bringen", sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. "Von nun an hat die Ukraine mehr Flugabwehr, mehr gepanzerte Fahrzeuge, erstmals westliche Panzer, mehr Geschütze und Geschosse." Die Ukraine hat zwar bereits in der Vergangenheit westliche Panzer erhalten, allerdings handelte es sich dabei um Flugabwehr-, Transport- oder Bergepanzer und nicht - wie dieses Mal - um Schützenpanzer.

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Russland: Drohnenangriff auf Krim abgewehrt

Die russische Flugabwehr wehrte staatlichen Angaben zufolge erneut einen Drohnenangriff auf die seit 2014 von Moskau annektierte Halbinsel Krim ab. Das unbemannte Flugobjekt sei am frühen Samstagmorgen über einer Mole nahe Sewastopol, der Marinebasis der russischen Schwarzmeerflotte, abgeschossen worden, schrieb der Gouverneur der Stadt, Michail Raswoschajew, laut Staatsagentur Tass in seinem Telegram-Kanal. Der Hafen war bereits mehrfach Ziel ukrainischer Drohnenangriffe, zuletzt am 4. Januar, als zwei Drohnen abgeschossen wurden. Russland versorgt seine Besatzungstruppen im Süden der Ukraine vor allem über die Krim. Immer wieder nimmt daher die Ukraine logistische und militärische Ziele auf der Halbinsel ins Visier.

London will Aufklärung von Kriegsverbrechen vorantreiben

London will die Aufklärung von russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine vorantreiben und lud dazu gemeinsam mit den Niederlanden zu einem internationalen Treffen ein. Im März sollen sich Justizministerinnen und Justizminister aus aller Welt in London treffen, um finanzielle und praktische Unterstützung für die Arbeit des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag zu organisieren, wie die britische Regierung mitteilte.

Was am Sonntag wichtig wird

Angesichts der orthodoxen Weihnachtsfeierlichkeiten beginnt offiziell der zweite und letzte Tag einer von Kremlchef Wladimir Putin angeordneten Feuerpause, die allerdings bereits am Freitag nicht hielt. Die Ukraine hat die Geste als Propaganda-Trick und Heuchelei zurückgewiesen und ihre Rückeroberungsversuche fortgesetzt.

Im berühmten Kiewer Höhlenkloster will unterdessen die neue Orthodoxe Kirche der Ukraine ihre Weihnachtsmesse feiern. Die Nutzungsverträge der konkurrierenden ukrainisch-orthodoxen Kirche für die zwei Hauptkirchen des Klosterkomplexe waren zum Jahresende nicht verlängert worden. Die Kirche war lange Zeit mit dem Moskauer Patriarchat verbunden und hatte sich von diesem erst mit dem russischen Einmarsch Ende Februar losgesagt.

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  • barzussek am 07.01.2023 15:21 Uhr / Bewertung:

    London will Aufklärung von Kriegsverbrechen vorantreiben Ist denn nicht jeder Krieg ein Verbrechen ?"014 stand in deutschen Zeitungen "US Vizepräsident Biden als Brandstifter in der Ukraine" Folge Sturz der damaligen ukrainischen Regierung mit anschließenden Bürgerkrieg mit über 14000 Toten wird das auch untersucht?

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