Kommunen suchen Gasteltern für junge Flüchtlinge

Da viele minderjährige Flüchtlinge unbegleitet nach Deutschland geflohen sind, suchen die Kommunen Gasteltern, die sich um die Jugendlichen kümmern. Nicht alle benötigen aber eine Pflegefamilie.
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Die freiwillige Helferin Georgina Nikolov spielt in Hamburg in einem Zelt einer mobilen Kita am Hauptbahnhof mit einem Flüchtlingskind.
dpa Die freiwillige Helferin Georgina Nikolov spielt in Hamburg in einem Zelt einer mobilen Kita am Hauptbahnhof mit einem Flüchtlingskind.

Berlin/Stuttgart - Deutsche Kommunen versuchen verstärkt, Gasteltern für minderjährige Flüchtlinge zu finden. "Die Träger der Jugendhilfe suchen nach Familien, landauf, landab", sagte Dagmar Trautner, Vorsitzende des Bundesverbandes der Pflege- und Adoptivfamilien.

 

60 000 Minderjährige

 

Gut 60 000 unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) gibt es derzeit in Deutschland. Infolge der seit November geltenden Quotenregelung müssen einige Länder nun deutlich mehr Kinder und Jugendliche aufnehmen - Baden-Württemberg etwa fast doppelt so viele wie zuvor. Zuvor waren die Kommunen zuständig, in denen die Minderjährigen angetroffen wurden, also häufig große Städte und grenznahe Kreise.

Lesen Sie hier: UN informiert: Weniger Flüchtlinge im Mittelmeer

Allerdings müsse jeder Fall einzeln geprüft werden, betonte Trautner. Nicht für alle Jugendlichen sei der Platz in einer Familie die beste Lösung. Viele seien auf der Flucht sehr selbstständig geworden und fänden sich etwa in Wohngruppen besser zurecht.

 

Großes Interesse von Gastfamilien

 

"Bis vor einigen Monaten waren Flüchtlinge in Pflegefamilien noch die absolute Ausnahme", sagte Niels Espenhorst, Referent beim Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge. Es gebe ein großes Interesse von potenziellen Gastfamilien - die meisten UMA seien aber bereits 16 oder 17 Jahre alt. Auch müsse Familien bewusst sein, dass kulturelle Differenzen und die Pubertät für Reibereien sorgen könnten.

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