Kommentar zu antisemitischer Gewalt in Europa: Die Gefahr ist groß

Der Politik-Vize Clemens Hagen über den europäischen Antisemitismus und über antisemitistisch motivierte Morde.
| Clemens Hagen
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Clemens Hagen spricht im AZ-Kommentar über europäischen Antisemitismus.
dpa Clemens Hagen spricht im AZ-Kommentar über europäischen Antisemitismus.

Mit 800.000 Mitgliedern besitzt Frankreich die größte jüdische Gemeinde Europas. Sie muss in den letzten Jahren in schrecklicher Regelmäßigkeit die Opfer antisemitisch motivierter Morde betrauern. Die Täter sind Araber. Aus Angst kehren immer mehr Juden ihrer französischen Heimat den Rücken und gehen nach Israel. Dass die Holocaust-Überlebende Mireille Knoll († 85) ihr Paris trotz Beleidigungen und Drohnungen nicht mehr verlassen wollte, ist so verständlich wie tragisch. Wir Deutschen sollten aufpassen, dass wir nicht eines Tages französische Verhältnisse bekommen. 

Die Gefahr heute ist so groß wie noch nie nach dem Krieg. In Berlin können Juden ihre Kippa nicht mehr tragen, ohne bepöbelt oder verprügelt zu werden. Vom Antisemitismus an vielen Schulen der Hauptstadt gar nicht zu sprechen. Auch in Bayern ist die Anzahl antisemitisch motivierter Delikte seit Jahren unverändert hoch. Dass sie vorzugsweise von Rechten begangen werden, macht es keinen Deut besser. Ganz im Gegenteil.

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